Gefängnisausbruch

Jetzt sollen die Aargauer Gefängnisse aufgerüstet werden

Bezirksgefängnis Baden

Bezirksgefängnis Baden

In der Nacht auf Sonntag sind aus dem Untersuchungsgefängnis Baden drei Häftlinge geflüchtet. Dieses galt als eines der ausbruchsichersten Gefängnisse des Kantons – bis jetzt. Nun wird beim Kanton über Verbesserungsmassnahmen diskutiert.

Das ausbruchsicherste Gefängnis des Kantons, das Untersuchungsgefängnis Baden, ist eben doch nicht so ausbruchsicher wie bislang angenommen: «Es ist fast unglaublich, dass das Trio aus dieser Zelle ausbrechen konnte. Die Männer müssen über Bärenkräfte verfügen», sagt Roland Hengartner, Leiter des Straf- und Massnahmenvollzugs im Kanton Aargau, gegenüber der «az».

Noch nie war in Baden ein Häftling ausgebrochen. Deshalb gelte das Untersuchungsgefängnis Baden als sicherheitstechnisch sehr modernes Gefängnis. Trotzdem werden nun bauliche Massnahmen abgeklärt: «Wir wollen eine zweite Verbindungstüre aus massiven Eisen in den Zwischengang einbauen. Zudem prüfen wir, ob eine elektronische Überwachung an der Gebäudefassade sinnvoll ist», sagt Hengartner.

Sind die drei Badener Ausbrecher wirklich ungefährlich?

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Noch mehr: Der Kanton prüft Verbesserungen an sämtlichen Aargauer Gefängnissen, wie das Tele M1 berichtet. Denn nachts werden die Insassen im Aargau nur in den vier grossen Bezirksgefängnissen Baden, Aarau, Kulm und Zofingen überwacht – und das jeweils von einer einzigen Person. In den Gefängnissen Bremgarten, Laufenburg und Zurzach hingegen schaut nachts sogar niemand nach dem Rechten der Häftlinge.

Keine Änderungen kommen hingegen bei der Anzahl Insassen pro Zelle infrage. Bis zu vier Häftlinge könnten in einer Zelle untergebracht sein. Dies vor allem aus Platzgründen und als Suizidprävention. Denn wären Häftlinge alleine in einer Zelle, steige die Suizidgefahr.

Häftlinge noch immer auf der Flucht

Die Häftliche, die zu dritt in einer Zelle waren, sind noch immer auf der Flucht. «Wir haben sie europaweit zur Fahndung ausgeschrieben», sagt Roland Pfister von der Aargauer Kantonspolizei. Bisher gebe es noch keine Hinweise.

Der Kosovare, Moldawier und Rumäne hatten aus einem Fensterscharnier einen Schraubenzieher gebastelt und sich damit an einer massiven Winkelhalterung zu schaffen gemacht. Ihnen ist es daraufhin gelungen, an der Halterung eine Schraube zu lösen, worauf sie eine massive Dreipunktverriegelung gesicherte Türe aufwuchten konnten. Von dort hatten sie sich mit Leintüchern 15 Meter abgeseilt. Dabei gingen sie ein grosses Risiko ein: Das Fenster liegt 18 Meter über dem Boden.

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Die Ausbrecher seien laut Hengartner keine Gewalttäter. «Sie sassen alle wegen Vermögensdelikten. Eine Gefährdung der Bevölkerung ist daher nicht ersichtlich.»

Ob die drei Häftlinge tatsächlich nicht gewalttätig sind, sehen Sie ab 18 Uhr auf dem Regionalsender Tele M1. (sha/som/rsn)

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