Knapp ein Jahr ist es her, dass Reto Schmid die Schliessung des Möbelgeschäfts Form+Wohnen beim Stadtturm nach 47 Jahren bekannt gab. Seither warten die Badenerinnen und Badener gespannt, welches neue Geschäft an der zentralen Lage einzieht. Noch ein Reisebüro? Der gefühlt 100. Kleiderladen oder gar ein Optiker, von denen es in der Stadt wahrhaft schon genug gibt?

Nun lässt Hausbesitzer Reto Schmid die Katze aus dem Sack. Bald wird das Immobilienvermittlungs-Unternehmen Remax die Räumlichkeiten des ehemaligen Möbelgeschäfts beziehen. Remax ist heute in der Schweiz an über 100 Standorten präsent und seit 14 Jahren auch in Baden vor Ort – zurzeit am Bahnhofplatz.

"Ein Immobilienvermittler?", werden sich nun viele Badener fragen und sich daran erinnern, wie Schmid vor knapp einem Jahr zu Protokoll gab: «Mir liegt sehr viel an einem guten Branchenmix und am Erhalt eines attraktiven Stadtbilds.» Schmid selbst ortet keinen Widerspruch: «Remax hat mir zugesichert, keine 0815-Filiale zu eröffnen. Sondern sie wollen der exponierten Lage mit einem innovativen, schweizweit einzigartigen Konzept gerecht werden.»

Schmid räumt aber ein, dass sich die Suche nach einem Mieter doch schwieriger gestaltet habe, als ursprünglich gedacht. «Mein Ziel war es von Anfang an, ein Verkaufsgeschäft nach Baden zu holen.» Dabei habe er seine ersten Anfragen an Champions-League-Adressaten wie zum Beispiel Sprüngli, Läderach oder Läckerlihuus gerichtet. «Ich musste aber schnell feststellen, dass Baden für die wirklichen Top-Shots wohl eine Nummer zu klein ist.»

Am Mietpreis habe es nicht liegen können, ist Schmid überzeugt. «Dieser bewegt sich absolut im marktüblichen Rahmen und für ein gutes Angebot wäre ich auch bereit gewesen, Interessenten entgegenzukommen.» Er habe auch attraktive Angebote von Immobilienfirmen erhalten, die dann die Räumlichkeiten ihrerseits wechselnd untervermietet hätten. «Doch genau das wollte ich nicht, weil ich dann keinen Einfluss mehr auf den Mieter gehabt hätte», betont Schmid.

Kostenlose Immobilien-Bewertung

«Wir freuen uns, unseren Kunden ab Anfang März an einen sehr attraktiven und hoch frequentierten Ort eine ideale Plattform für ihre Liegenschaften zu bieten», sagt Michael Unold, Geschäftsleiter der Remax-Filiale in Baden. Man sei sich der exponierten Lage und der Bedeutung der Liegenschaft für das Stadtbild absolut bewusst, weshalb man in Sachen Ausbau und Erscheinung schweizweit neue Massstäbe setze. «Man kann sagen, hier entsteht ein Remax-Flagship-Store mit einem einzigartigen Shop-Konzept», führt Unold aus. Damit wolle man den Badenerinnen und Badenern gleich von Anfang an die Ängste und Befürchtungen nehmen. «Wir fühlen uns verpflichtet, die Räume attraktiv zu gestalten. So soll das Hauptfenster auf der Stadtturm-Seite nicht mit Immobilien-Inseraten tapeziert werden», verspricht Unold. Vielmehr sei angedacht auf dem rund 1,5 Meter tiefen Fenstersims zum Beispiel Häusermodelle oder gar Modelle ganzer Stadtquartiere zu präsentieren.

Die neue Filiale – im nächsten Jahr wird dann auch noch der 2. Stock von den insgesamt neun Remax-Mitarbeitenden bezogen – soll ein Kompetenzzentrum für Immobilien-Fragen werden. Unold ist überzeugt, dass Remax gut zum bereits bestehenden Angebot an der Rathausgasse 24 passt und denkt dabei in erster Linie an Twerenbold Reisewelt. «Das Kundensegment ist sicher im gleichen Rahmen anzusiedeln.»

Nach dem Einzug von Remax, wird sich die Mieterschaft im ehemaligen «Haus zum Engel» wie folgt präsentieren: Erdgeschoss: Remax, 1. Geschoss Twerenbold Reisewelt, 2. Stock Galerie der Badener Künstlerin Gabriele Kulstrunk, ab Frühjahr 2018 dann ebenfalls Remax. 3. Stock. Massagepraxis Rita Philipp und die Firma HK Learning, ein Servicedienstleister im Bereich E-Learning. Im Obergeschoss wohnen weiter Reto Schmids Eltern.