Turgi
Jetzt wird die Zukunft von Turgi aufgegleist

Mit den neuen Schwerpunkten setzt die Gemeinde Ziele für eine Aufwertung.

Fabienne Seiler
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«Eine Gemeinde soll nicht nur verwaltet, sondern auch gestaltet werden», sagt der Turgemer Gemeindeammann Theo Wenger. Um diese Entwicklung nicht dem Zufall zu überlassen, hat der Gemeinderat ein neues Leitbild ausgearbeitet. Darin sind Punkte aufgelistet, die sich die Gemeinde für die Zukunft vorgenommen hat. Zum ersten Mal sind diese Schwerpunkte jetzt veröffentlicht worden. «So entsteht natürlich eine gewisse Verpflichtung», sagt Wenger. Ausserdem sei es für die Entwicklung Turgis wichtig, dass die Bevölkerung, das Gewerbe und die Verwaltung alle am gleichen Strick ziehen.

Das Image von Turgi verbessern

Eines der wichtigsten Projekte für Turgi ist laut Wenger das Bahnhofareal. Auf der Südseite direkt an den Gleisen ist auf der ganzen Länge ein Wohngebäude geplant. Dieses soll einerseits neuen Wohnraum in Turgi schaffen und andererseits das Dorfbild aufwerten. Auf der Nordseite soll es Platz geben für ein Lebensmittelgeschäft. Das Gebiet sei wegen der zentralen Lage nicht nur wirtschaftlich wichtig. «Hier sollen die Bahnreisenden einen ersten und möglichst positiven Eindruck von Turgi erhalten», sagt Wenger. Seit über einem Jahr ist eine Arbeitsgruppe daran, einen Gestaltungsplan für das noch brachliegende Gebiet zu entwerfen. «Die Gemeinde wird die Bauherrschaft in der Lösungsfindung weiterhin unterstützen», sagt Wenger.

Investitionen sind nötig

«Wir sind finanziell nicht auf Rosen gebettet», sagt Wenger. Die Gemeinde ist nach Neuenhof die zweitärmste im Bezirk Baden. «Trotzdem ist es wichtig, dass wir investieren. Einfach mit den Mitteln, die wir haben», sagt Wenger. So muss der Schulstandort gesichert werden. Wenn nächstes Jahr die Schulreform an der Urne gutgeheissen wird, muss auch Turgi zu Beginn des Schuljahres 2014/15 bereit sein für 6 Jahre Primar- und 3 Jahre Oberstufe.

Jetzt wird abgeklärt, ob für die neuen Anforderungen mehr Schulräume gebraucht werden. «Wir haben im Moment viele Kinder», sagt Wenger. Zurzeit werden im Kindergarten 4 Abteilungen geführt. Dafür braucht es die passende Infrastruktur. Deshalb wird jetzt der Kindergarten Allmend saniert.

Fusion mit Baden?

Bereits 2009 hat sich eine Arbeitsgruppe der Zukunft von Turgi angenommen. Damals wurde geprüft, ob und wie sinnvoll die Eigenständigkeit der Gemeinde ist. Schliesslich stand es unentschieden zwischen der Fusion mit Baden und der Eigenständigkeit. «Wir waren und sind immer noch interessiert an einer Fusion», sagt Wenger. Nachdem das Stimmvolk von Baden letztes Jahr die Fusion mit Neuenhof knapp abgelehnt hat, komme eine Fusion für die Gemeinden Turgi und Baden im Moment nicht infrage. «Tragisch ist das nicht. Es ist auch eine Herausforderung für Turgi», sagt Wenger.

Dieser Herausforderung hat sich die Gemeinde mit dem neuen Leitbild angenommen. Dennoch geht Wenger davon aus, dass es früher oder später zu einer Fusion mit
Baden kommen wird. «Das kann aber noch lange gehen. Schon vor 20 Jahren war von einer Fusion die Rede», sagt er. Gerade was den Verkehr und die Infrastruktur angeht, steht für Wenger fest: «Die Gemeinden müssen vermehrt zusammenarbeiten.» (fse)

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