Dass es an altersgerechtem Wohnraum in Untersiggenthal fehle, stellte man im Rahmen der Erarbeitung des Altersleitbildes im Jahr 2010 fest. 2011 begann bei der Gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft Untersiggingen (GWU), Bauherrin, die Planung. Präsident Mario Scussel ist aufgrund von Recherchen in andern Gemeinden überzeugt, dass der Bedarf an altersgerechten Wohnungen in der Gemeinde rasch steigen werde.

Zeitgemässes Projekt, ideale Lage

An der Dorfstrasse hat gestern der Spatenstich für zwei weitere Häuser mit 15 altersgerechten Mietwohnungen stattgefunden. Sie sollen bis Frühling 2015 bezugsbereit sein. Alle Wohnungen sind bereits von Leuten im Seniorenalter reserviert, die ihre Wohnsituation einfacher gestalten möchten. Die Lage an diesem Ort sei ideal. «Der Spitex-Stützpunkt ist im Hause, nebenan das Altersheim Sunnhalde», verwies der Präsident auf vorhandene Synergien. Die GWU ist bereits Eigentümerin im Baurecht von total 33 Wohnungen auf demselben Areal der Ortsbürgergemeinde, wovon 27 alters- beziehungsweise behindertengerecht gebaut sind.

Das Land wird von der Ortsbürgergemeinde, die zusammen mit der katholischen Kirchgemeinde die Genossenschaft bildet, im Baurecht zur Verfügung gestellt. Die ursprüngliche Idee, einen Teil der neuen Wohnungen im Verkauf anzubieten, habe man verworfen, weil es notariell zu kompliziert geworden wäre, sagte der verantwortliche Architekt Daniel Zehnder zur Entstehungsgeschichte des Projekts. Geplant sind 8 Dreieinhalb- und 7 Zweieinhalbzimmerwohnungen, die laut Scussel einen zeitgemässen Ausbaustandard ausweisen werden. Die bestehende Tiefgarage wird um 16 Einstellplätze erweitert. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt 5,6 Millionen Franken.

Längere Vorgeschichte

Die GWU hatte bereits vor Jahren die Absicht, eine zweite Etappe zu realisieren. Damals sorgte der Abbruch des Wiederkehr-Hauses auf dem Areal für Emotionen. Der Erhalt des Kleinbauernhauses war Inhalt einer Petition. Das Projekt der GWU konnte allerdings aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden. Der Bedarf an Alterswohnungen hatte sich damals noch nicht als so hoch erwiesen wie erst angenommen.

Laut Zehnder sei die Baubewilligung noch kurz vor Weihnachten eingetroffen. Zusätzliche Auflagen betreffend Ortsbild- und Hochwasserschutzes sowie der Gebäudeversicherung hätten das Verfahren verzögert.