Gebenstorf
Jetzt wollen auch Denner und Migros ein Stück vom Kuchen kriegen

Im Geelig entstehen neben Aldi, Landi und Coop zwei weitere eingeschossige Läden mit über 1400 Quadratmetern. Mit der laufenden Zonenplanrevision möchte der Gemeinderat ähnliche Verkaufs- und ebenerdige Parkierungsflächen verhindern.

Roman Huber
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Keine nachhaltige Bauweise: Hinten die Bauprofile für den Denner/Migros-Neubau. Alex Spichale

Keine nachhaltige Bauweise: Hinten die Bauprofile für den Denner/Migros-Neubau. Alex Spichale

Alex Spichale

Der Bauboom eingeschossiger Verkaufsbauten im Geelig geht nach Aldi, Landi und Coop weiter: Bei der Gemeindeverwaltung liegt das Baugesuch für einen Neubau von Migros und Denner mit über 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche auf. Wenigstens kommt diesmal die Parkierung unter den Boden.

«Hier liegt unser Entwicklungspotenzial», sagte der frühere Gemeindeammann Roger Haudenschild vor fast zehn Jahren.

Es ging damals um den Spatenstich der Erschliessungsstrasse «Geelig West», dem unüberbauten Gebiet zwischen Landstrasse und Kieswerk Lehner, wo gemäss Zonenplan viergeschossige Gewerbebauten und sogar eine Dorfzone als ein quasi neues Quartier dem Gemeinderat vorschwebte.

Die Realität ist heute eine andere. Während im östlichen Teil mehrere Gewerbebetriebe stehen, überwiegen auf dem Gebiet Geelig West riesige Parkplatzflächen und eingeschossige Bauten von Verkaufshallen.

Bereits im Jahr 2005 stellte Aldi einen Billigbau auf mit über 150 Parkplätzen. Die neu eröffnete Filiale war damals der grosse Renner, sodass Aldi wenige Jahre später den Bau noch erweiterte und nun über 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche ausweist.

Die Gemeinde verkaufte dann 14 Aren Land, damit die Landi Brugg einen grösseren Laden bauen konnte. Im Jahr 2008 eröffnete Landi Wasserschloss nebenan auf einer Fläche von gut 2600 Quadratmetern ihre eingeschossigen Verkaufshallen, daneben weitere Reihen von Parkplätzen.

Und vor der Eröffnung wurde ein Steinwurf davon entfernt das Geelig-Center mit einem rund 1100 Quadratmeter grossen Coop.

«Gebenstorf war damals erfreut über die grosse Nachfrage und gleichzeitig überrascht», erklärt der heutige Gemeindeammann Rolf Senn. Darum habe man damals zu wenig auf eine nachhaltige Bebauung geachtet. «Wir haben nun ebenfalls erwirkt, dass Migros und Denner ihre Parkierung im Untergeschoss versorgen müssen», sagt Senn.

Ausgehend vom zusätzlichen Verkehrsaufkommen könne man aufgrund von Gutachten den Zuzug von Migros und Denner problemlos verkraften, so Senn. Danach aber wolle man auf dem übrigen Entwicklungsgebiet im Geelig die Verkaufsflächen strikte begrenzen.

«Noch 500 Quadratmeter, dann ist Schluss», das ist laut Senn die Meinung des Gemeinderates. «Wir haben das Problem mit der Zonenplanrevision angepackt», sagt Senn. Für den Gemeinderat stehe ausser Zweifel, dass es nicht mehr verantwortbar sei, Land mit oberirdischen Parkierungen und eingeschossigen Gewerbebauten zu verbauen.

Bei Denner und Migros ist die Freude über das Projekt ungetrübt: «Wir freuen uns, in dieser bewährten Kooperation das Filialnetz sinnvoll zu ergänzen», sagen die Mediensprecherinnen Paloma Martino, Denner, und Andrea Bauer, Migros.