Baden

Job-Angst bei Alstom: Jetzt interveniert Bundesrat Schneider-Ammann

Alstom zieht es offenbar ehrer in Richtung General Electric

Alstom zieht es offenbar ehrer in Richtung General Electric

Eine Woche, nachdem bekannt wurde, dass der US-Industrieriese General Electric die Energiesparte des französischen Elektrotechnikkonzern Alstom übernehmen will, schaltet sich der Bundesrat ein.

Gemäss Recherchen der «Schweiz am Sonntag» hat Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann diese Woche persönlich bei Alstom interveniert. Und zwar bei seinem Vor-Vorgänger Joseph Deiss, der seit einem Jahr als Verwaltungsratspräsident von Alstom Schweiz amtet. Alstom bestätigt die Gespräche.

«Bundesrat Schneider-Ammann ist es wichtig, dass die Spitzentechnologie in der Schweiz bleibt», sagt sein Sprecher Ruedi Christen. Der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann intervenierte ebenfalls bei Deiss. Er sagt: «Wir sind in sehr intensivem Kontakt mit Alstom und Bundesrat Schneider-Ammann. Weitere Kontakte zu Alstom erfolgen in den nächsten Tagen in Absprache mit dem Bund.»

Die Schweizer Politiker schreckte ein Brief von General-Electric-Chef Jeffrey Immelt an den französischen Staatspräsidenten François Hollande auf. In diesem machte Immelt Frankreich weitreichende Versprechungen, namentlich eine steigende Beschäftigtenzahl, die Ansiedlung des europäischen Hauptsitzes des thermischen Kraftwerksgeschäfts sowie der Hauptsitze für die vier Geschäftsbereiche Dampfturbinen, Wasserkraft, Stromnetze und Windkraft.

Damit ist der weltweite Hauptsitz für thermische Kraftwerke in Gefahr, der sich heute in Baden befindet. Gefährdet sind auch das Forschungszentrum in Baden und die Produktionsstandorte in Birr und Oberentfelden, wo insgesamt fast 6400 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Die Schweizer Politiker wollen deshalb nicht nur bei Alstom anklopfen, sondern auch direkt bei General Electric. «Wir wollen General Electric in den nächsten Wochen aufzeigen, dass eine Verlegung von Baden nach Frankreich mit enormen Risiken und Kosten verbunden ist», sagt Urs Hofmann. (SaS)

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