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Jubiläumsfeier «Atmosphäre – 975 Jahre Wettingen» definitiv abgesagt

Das Wettinger Jubiläumsfest wird nicht stattfinden.

Das Wettinger Jubiläumsfest wird nicht stattfinden.

Nachdem das Organisationskomitee zunächst noch den Entscheid des Bundesrates abgewartet hatte, ist die Absage des «Atmosphäre» nun entschieden. Eine Verschiebung um ein Jahr ist nicht geplant.

Jetzt ist es amtlich: Das zehntägige Fest «Atmosphäre – 975 Jahre Wettingen», das vom 14. bis 23. August 2020 über die Bühne hätte gehen sollen, wird wegen des Coronavirus abgesagt. Das war spätestens seit Mittwoch klar, als Bundesrat Alain Berset das Verbot von Anlässen mit über 1000 Teilnehmern bis Ende August verkündete. Dieser Teil der Medienmitteilung des Fest-OKs war denn auch nicht überraschend. Die wirklich grosse, und wohl für viele überraschende Neuigkeit ist hingegen, die Tatsache, dass das Fest nicht verschoben, sondern stattdessen ersatzlos gestrichen wird. «Das wirtschaftliche Risiko einer Durchführung im Jahr 2021 ist nicht mehr kalkulierbar», heisst es dazu in der Mitteilung.

Auf Nachfrage präzisiert OK- Präsident Paul Koller: «Die definitive Absage ohne Verschiebeoption ist ein harter Schlag für alle Beteiligten und die Region.» Der Entscheid im OK sei aber einstimmig gefallen. «Die Unsicherheit, die das Coronavirus in unser Leben gebracht hat, wird andauern und verunmöglicht es dem OK, ein seriöses Budget und einen für die Betreiber umsetzbaren Zeitplan für eine allfällige Durchführung im nächsten Jahr zu erstellen», führt Koller weiter aus. Speziell auf der Einnahmenseite sei das bestehende Budget zur reinen Makulatur geworden. «Wir haben mit rund 250000 Festbesuchern und entsprechendem Umsatz verteilt über die zehn Tage gerechnet. Niemand kann sagen, ob diese Zahlen auch im Sommer 2021 noch realistisch sind.»

OK will Vereine wenn möglichst schadlos halten

Der Entscheid sei dem OK sehr schwergefallen, «zumal wir alle nötigen Vorarbeiten geleistet haben und bereit waren, das Fest auf die Beine zu stellen», so Koller. Umso mehr stellt sich die Frage, wieso das OK die Konzepte und Pläne nicht einfach in der Schublade verstaut, die Situation zum Beispiel bis Ende Jahr beobachtet, um erst dann einen definitiven Entscheid zu fällen? «Weil wir trotzdem wieder bei Null hätten beginnen müssen. Sprich mit jedem Verein, mit jedem Sponsor und jedem Künstler hätten die Verhandlungen wieder von neuem begonnen. Und das vor dem Hintergrund unsicherer Prognosen und lauter Fragezeichen. Das war für das OK schlicht keine Option», erklärt der OK-Präsident.

Das Organisationskomitee werde nun den geordneten Rückzug einleiten. «Insbesondere geht es uns darum, die finanziellen Mittel, die bereits zu uns geflossen sind, transparent aufzuzeigen und grösstmöglich zurückzuerstatten» erklärt Koller. Das seriöse Zusammentragen der Fakten werde aber einige Zeit in Anspruch nehmen. «Wir bitten alle Beteiligten um die nötige Geduld», appelliert Koller. Wie viel des 300000-Franken-Kredits, den der Einwohnerrat für das Fest gesprochen hat, bereits beansprucht wurde, kann Koller noch nicht sagen. «Unser Ziel wird es aber sein, alle rund 40 Vereine schadlos zu halten, sprich wenigstens die bezogenen Festbändeli zurückzuerstatten.»

Gemeindeammann: «Das erfüllt mich mit Trauer»

Auch der Wettinger Gemeindeammann Roland Kuster bedauert die ersatzlose Absage des Fests: «Dass das Fest jetzt ersatzlos gestrichen werden soll, erfüllt mich mit Trauer und Wehmut. Der Gemeinderat stand immer im engen Austausch mit dem Fest-OK. Als der Entscheid feststand, das Fest zu diesem Sommer abzusagen, hat der Gemeinderat angeregt, über die Idee einer Durchführung im Jahr 2021 nachzudenken», so Kuster. Dass daraus jetzt nichts wird, sei zwar sehr bedauerlich. «Und doch habe ich grosses Verständnis für die Überlegungen des OKs», sagt Kuster.

Erstens brauche es jetzt viel Energie, aus dem Lockdown zu kommen. Zweitens könne niemand eine Prognose für den Sommer 2021 machen. «Und drittens ist durchaus zu befürchten, dass auf Grund der wirtschaftlichen Folgen viele Sponsoren ihr Engagement zurückziehen werden», gibt Kuster zu bedenken. «Natürlich blutet auch mein Herz. Aber wenn das OK spürt, dass es schwierig werden dürfte, dann nehme ich das absolut ernst», so Kuster. Einen kleinen Trost hat der Gemeindeammann bereit. «Mit der Tägi-Eröffnung – wann genau diese stattfinden wird, wissen wir noch nicht – haben die Wettinger dieses Jahr Gelegenheit, etwas zu feiern.» Und es sei auch durchaus denkbar, das normale Wettiger Fäscht im Juli 2021 etwas spezieller zu gestalten.

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