Wettingen

Jugendarbeiter sammeln für Flüchtlinge in Lesbos

Das JAW-Sammelteam: Samantha Hofer, Mirjam Strub und Katja Stockmann (v.l.) in der Villa Fluck inmitten der Hilfsgüter für Flüchtlinge.

Das JAW-Sammelteam: Samantha Hofer, Mirjam Strub und Katja Stockmann (v.l.) in der Villa Fluck inmitten der Hilfsgüter für Flüchtlinge.

Die Jugendarbeit Wettingen (JAW) beteiligt sich am Sammelprojekt «Flüchtlinge vor Ort» des Schweizer Vereins Ceriba und sammelt Hilfsgüter für Flüchtlinge.

Die Türen der Villa Fluck in Wettingen stehen offen. Licht brennt im Erdgeschoss an der Schönaustrasse 31. Dort, wo normalerweise der Töggelikasten im grossen Raum der Villa steht, stapeln sich zahlreiche Kartonschachteln und Säcke mit Bekleidung und Hygieneartikeln. Mirjam Strub, Projektleiterin der JAW, Katja Stockmann, Stellenleiterin der JAW sowie Samantha Hofer, freiwillige Helferin, sortieren die Kleider und Waren nach Grösse und Art der Verwendung. Sie betreuen neben fünf anderen Helfern die Sammelstelle.

«Ein Gefühl der Ohnmacht überkam uns angesichts der steigenden Flüchtlingszahl. Wir wollten uns nützlich machen und zur Tat schreiten», erklärt Stockmann den Einsatz der JAW.

«Wir wollen unser Glück teilen»: Jugendarbeit Wettingen sammelt für Flüchtlinge auf Lesbos

«Wir wollen unser Glück teilen»: Jugendarbeit Wettingen sammelt für Flüchtlinge auf Lesbos

Bis zum 10. Dezember nehmen sie jeden Dienstag (17 bis 19 Uhr) und jeden Freitag (17 bis 20 Uhr) saubere Winterkleider, Schlafsäcke, Regenponchos, Blachen oder Geld für Lebensmittel und Medikamente, entgegen. Die Villa Fluck ist die einzige «Ceriba»-Sammelstelle im Aargau. Gegründet wurde der Verein vom Grafiker Sash Wegmüller, der für das Projekt seinen Job aufgegeben hat. Der Name Ceriba ist finnisch und bedeutet «Hoffnungsschimmer».

Hilfsgüter gehen nach Lesbos

Mitte Dezember soll ein Teil der gesammelten Güter Flüchtlingen auf der griechischen Insel Lesbos zugutekommen. Dann werden der Berner Sash Wegmüller sowie freiwillige Helfer, darunter Ärzte und Rettungsschwimmer, vor Ort Hilfe leisten und die Flüchtlinge mit den Spenden versorgen. «Teile dein Glück.

Das Glück, das du hast und dem du dir gar nicht bewusst bist», nennt Stockmann das Motto der Sammelaktion. Ihr «Glück» haben Strub und Stockmann gemeinsam mit Wegmüller, Thomas Zehnder, Mandatsträger der JAW sowie anderen Helfern bereits schon einmal, vom 10. bis 15 Oktober 2015, geteilt. Sie reisten damals mit einem Hilfskonvoi, beladen mit sechs Tonnen Hilfsgütern, ins kroatische Botovo.

«Es war überwältigend in so kurzer Zeit so viel Dankbarkeit, Zuneigung und Liebe zu erhalten», beschreibt Strub die Begegnungen mit Flüchtlingen in Botovo. Innerhalb von 72 Stunden marschierten tausende von Menschen an ihnen vorbei, denen sie ein «Good luck» auf die Schulter klopfen und ein Carepaket in die Hände drücken konnten.

Nicht wegschauen

Ob die beiden, auch in Lesbos mit dabei sein werden, ist noch ungewiss. «Es ist möglich, dass Helfer auf Tote treffen», sagt Stockmann. Jeder müsse selber entscheiden, ob er damit umgehen könne. Ihrem Ziel, nicht wegzuschauen, bleibt die JAW treu. Vor Ort, aber auch in der Schweiz setzt sie sich für Flüchtlinge ein. «Es geht uns darum, das Thema in die Gesellschaft zu tragen und Mitgefühl in den Menschen auszulösen», sagt Strub.

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