Baden

Jugendarbeiterin: Mit 64 pensioniert, jetzt will sie in einem Panzer fahren

Monika Meier im Weissen Keller, vor einer Graffitiwand, die von Jugendlichen bemalt wurde. Annika Bütschi

Monika Meier im Weissen Keller, vor einer Graffitiwand, die von Jugendlichen bemalt wurde. Annika Bütschi

Jugendarbeiterin Monika Meier geht nach 20 Jahren im Weissen Keller in Pension. Ihre 64 Jahre sieht man ihr gar nicht an. Was sie für einen Traum in der Zeit danach hat, verrät einiges aus ihrer Kindheit.

Auf den ersten Blick entspricht Monika Meier überhaupt nicht dem Bild, das man sich von einer Jugendarbeiterin macht. Sie ist zierlich und elegant. Ihre 64 Jahre sieht man ihr nicht an. Sie ist schon seit 20 Jahren im Weissen Keller anzutreffen, der sich unter der reformierten Kirche in Baden befindet. Die Jugendlichen, die in den Weissen Keller kommen, begrüssen sie und den Jugendarbeiter Reto Anderegg höflich und respektvoll. «Der Weisse Keller ist auch ein Lernraum. Hier lernen Jugendliche Verantwortung und Zuverlässigkeit», erklärt Meier. Jugendliche können Projekte in einem geschützten Rahmen durchführen. Falls etwas schiefläuft, hat das keine Konsequenzen.

Monika Meier war 15 Jahre als Arztgehilfin tätig, bevor sie heiratete und Kinder bekam. Als ihre drei Kinder lesen und schreiben konnten, wollte sie wieder anfangen, zu arbeiten. Ursprünglich wollte sie wieder in den angestammten Beruf zurückkehren. Es kam anders: Ihr Bruder war damals im Weissen Keller tätig und suchte Verstärkung. Monika Meier kam und blieb. «Sowohl als Arzthelferin als auch als Jugendarbeiterin ist man am Puls des Lebens», erläutert sie.

In die Arztpraxis kämen Menschen mit einer gebrochenen Hand, in den Weissen Keller mit einem gebrochenen Herzen. Die Jugendlichen kommen mit ihren Sorgen zu den Jugendarbeitern, diese schenken ihnen ein offenes Ohr und Rat. Das verschafft den Jugendarbeitern auch Respekt. Monika Meier wurde immer respektiert. Sie hatte nie Angst. Ihr Mitarbeiter Reto Anderegg meint dazu: «Monika schenkt allen ein offenes Ohr, das macht sie für die Jugendlichen beschützenswert.» Die jungen Erwachsenen im Weissen Keller bedauern den Abgang von Monika Meier. Diese wiederum ist dankbar für die wertvolle Zeit, die sie mit Jugendlichen verbringen durfte.

Pläne für ihre Pensionierung hat sie noch nicht, nur einen Traum hat sie noch: In einem Panzer fahren. Ihre Eltern haben früher Soldaten bei sich zu Hause aufgenommen. Diese parkierten ihre Panzer neben dem Haus, deshalb lösen Panzer noch heute ein Sicherheitsgefühl bei ihr aus.

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