«Was würdet ihr tun, wenn die Eltern euch zwangsverheiraten wollten?» Diese Frage stellte Federica de Cesco am Montagmorgen den Neuenhofer Schülerinnen. Die Jugendbuchautorin hielt in der neuen Aula eine Lesung ihres Buchs «Aischa» und thematisierte damit die Problematik der Unterdrückung und Unterschätzung von Frauen. Die 79-jährige Schweizerin mit italienisch-deutschen Wurzeln zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen Jugendbuch-Autorinnen und schrieb im Verlauf ihrer Karriere über 50 Bücher.

«Verflixt nochmal, Mädchen müssen früh ein Selbstbewusstsein entwickeln»

Federica de Cesco über ihre Mission: «Verflixt nochmal, Mädchen müssen früh ein Selbstbewusstsein entwickeln.»

   

De Cesco wählte das Thema der Lesung nicht ohne Grund: Die Autorin ist die Schweizer Botschafterin des Kinderhilfswerks «Plan International», das sich weltweit für die Förderung und Unterstützung junger Menschen und insbesondere Mädchen einsetzt. Die Veranstaltung begann deshalb auch mit einem kurzen Film der Hilfsorganisation. Darauf folgte eine Ansprache der Schriftstellerin, in der sie den «Meitli» Mut zusprach: «Lasst euch nicht von anderen einschüchtern und setzt euch für Gerechtigkeit ein!» Danach begann sie mit der Lesung aus «Aischa» – ein Buch, das sich um ein Mädchen dreht, das zwangsverheiratet werden soll. Schliesslich konnten die Schülerinnen der 79-Jährigen noch Fragen zu ihrem Werk und zu ihrer Person stellen.

«Sie hat gesagt, wir haben mehr Verstand als die Jungs»

«Sie hat gesagt, wir haben mehr Verstand als die Jungs»: So reagierten die Schülerinnen auf Federica de Cesco.

   

Die Reaktionen auf de Cescos Ansprache und Lesung reichten von Klatschen über Standing Ovations bis hin zu einer Zeichnung, die eine Schülerin während der Lesung gemacht hatte. «Ich habe noch kein Buch von Federica de Cesco gelesen, aber nun möchte ich dies nachholen», sagte Schülerin Delia nach der Veranstaltung. De Cesco weiss den Grund für das geweckte Interesse des Mädchens: «Durch solche Lesungen lernen die Leute den Menschen hinter dem Buch kennen und entwickeln so eine andere Beziehung zum Werk.» Als Botschafterin von «Plan International» wolle sie das Selbstbewusstsein der jungen Leute stärken. «Heutzutage werden vor allem die Mädchen von ihrem Umfeld zu wenig gefördert.»