Noch herrscht auf der Zirkuswiese chaotisches Treiben. Aus allen Himmelsrichtungen strömen Schülerinnen und Schüler auf den Platz, bewaffnet mit selbst gebastelten Trommeln und Rasseln. Es ist kurz vor acht Uhr, als der rhythmische Einstieg das Jugendfest eröffnet.

Zu Beginn herrschte ein riesiges musikalisches Durcheinander – kein Wunder, wenn rund 2200 Kindergärtler und Schüler praktisch gleichzeitig zu lärmen beginnen. Wer im näheren Umkreis zu diesem Zeitpunkt noch im Bett lag, war spätestens jetzt wach.

Geleitet wurde der sogenannte «Drumcircle» vom Rhythmuspädagogen Mathias Schiesser. Er stand in der Mitte des Platzes, der in vier Bereiche aufgeteilt wurde. Mithilfe einer Glocke gab er den Takt an – das anfängliche Chaos veränderte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem rhythmischen Klopfen.

Wie ein Dirigent schwang Schiesser verschieden farbige Fahnen, gab Handzeichen und veränderte den Takt des fast schon meditativen Trommelns. Abwechselnd liess er die verschiedenen Instrumente verstummen, mal kam die Musik von links, dann von rechts.

«Mögen die Spiele beginnen»

Verbale Kommunikation war während der kollektiven musikalischen Erfahrung nur noch mithilfe eines Megafons möglich. «Das ist wohl der grösste Trommelkreis, den es in der Schweiz jemals gegeben hat», freute sich Schiesser.

Ohne Vorbereitung wäre ein solcher Event nicht möglich gewesen: Die Lehrerinnen und Lehrer übten einfache Rhythmen mit ihren Kindern ein und erklärten ihnen die grundlegenden Handzeichen, die bei einem «Drumcircle» verwendet werden.

Nach einer halben Stunde kehrte auf der Zirkuswiese Ruhe ein, als Gemeindeammann Markus Dieth die kleine Bühne mitten im farbenfrohen Meer von Kindern erklomm.

Nun wurde es Zeit für die grosse Aufgabe: «Ich wette, ihr schafft es nicht, Wettingen mit einer Pedalofahrt sechs Mal zu umrunden», so Dieth. «Mögen die Spiele beginnen.»