Kappi

Jugendliche sollen das Quartier mitgestalten

Diana Rojas (2. von rechts) will die Jugendlichen ins Quartierleben einbinden. by

Kappi-Projekt

Diana Rojas (2. von rechts) will die Jugendlichen ins Quartierleben einbinden. by

Die Stadt Baden hat konkrete Pläne mit der Jugendarbeit im Kappelerhof-Quartier. Eine Herausfroderung in Sachen Mutli-Kulti.

Der «Kappi» war bisher das Vorzeige-Modell für ein friedliches Multikulti-Miteinander. Nun, da insbesondere in der Jugendszene die Schattenseiten häufiger zutage treten, greift man mit erprobten Ideen ein: Das Projekt «Jugend Mit Wirkung» solls richten.

Das Kappelerhof-Quartier ist ein veritabler Schmelztiegel der Kulturen. Beinahe 100 verschiedene Nationalitäten leben hier auf engem Siedlungsraum. In Anbetracht dessen waren die meisten Einwohner in der Vergangenheit stolz auf die friedfertige Offenheit und die spannenden multikulturellen Aktionen in ihrem Quartier. Tolles Beispiel dafür ist das Kappi-Fest, das regelmässig zur Mini-Weltausstellung wird.

Handlungsbedarf erwiesen

Seit einiger Zeit häufen sich nun die Meldungen über Vandalismus, Abfall auf den Strassen, Nachtruhestörung und Konflikten, die oft von Jugendlichen ausgehen. Die Stadt
habe wohl den ach so gut funktionierenden Quartiergeist im «Kappi» allzu lange sich selbst überlassen, schnappte man etwa beim Apéro eines Info-Events am Mittwochabend auf. Auch eine eigens erstellte Quartieranalyse sieht Handlungsbedarf. An diesem Info-Abend hat die Stadt nun Ziele und Massnahmen formuliert und gezeigt, wie man dem Negativ-Trend entgegenwirken will: «Kinder- und Jugendfreundlicher Kappi» heisst ein Projekt, mit dem die Leiterin Diana Rojas in den nächsten Monaten viel erreichen will. Ziel ist es, das Quartier für die Jungen attraktiver zu machen, was bereits bei den Kindergärtnern beginnt: Der neu gestaltete Spielplatz ist ein erster gelungener Teil, er soll mit einem Fest im kommenden Sommer offiziell eingeweiht werden. Weitere Aktionen unter dem Stichwort «Kinderanimation» werden folgen.

Erfahrener Coach

Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Oberstufe. Die Funktionäre waren gemessen an den interessierten Besuchern in eindrücklicher Zahl aufmarschiert: Nebst Diana Rojas war Sacha Studer, Leiter Jugendarbeit und Kinderanimation Baden, präsent, zwei Treffleiter samt Praktikantin und Andi Limacher von infoclick.ch mit Assistenz. Infoclick.ch ist ein Verein, der Gemeinden in ihrer Jugendarbeit mit bewährten Ideen unterstützt. Eine, die im Kappelerhof-Quartier helfen soll, ist der Jugend-Mit-Wirkungs-Tag. (JMWT) «Dabei geht es darum, die Jugendlichen in der Quartiergestaltung einzubinden, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich aktiv und mit selbstständigerOrganisation zu beteiligen» erklärt Limacher, der bereits im Meierhof-Quartier erfolgreich als Coach gewirkt hatte. Der JMWT wird durch ein Komitee aus freiwilligen Erwachsenen und Jugendlichen organisiert. Alter, Herkunft und Motivation sind frei. Die Jugendlichen bringen in einer Art Brainstorming Ideen und Wünsche, die, herabgebrochen in realistische Formen, realisiert werden. «Entscheidend für die Motivation und die Eigendynamik ist, dass auf Worte auch Taten folgen und die Jugendlichen sehen, dass sie tatsächlich selbst etwas bewegen können», sagt Limacher. Die ersten Anmeldungen für das Organisationskomitee des Mitwirkungstages wurden gleich nach dem Info-Abend entgegengenommen. Die nächsten Sitzungen sind terminiert. Jetzt müssen Erwachsene und Jugendliche gefunden werden, die aktiv mitmachen wollen. Anmeldungen, 056 200 87 00 oder
diana.rojas@baden.ag.ch

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1