Baden
Jugendlokal Werkk: Der Neubau muss bereits angepasst werden

Im neuen, von der Stadt Baden getragenen Jugendlokal Werkk stimmt ausgerechnet die Akustik im Konzertsaal nicht. Die Stadt hatte 4,5 Millionen Franken in den Neubau investiert.

Daniel Vizentini
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Für eine gute Saal-Akustik musste an der Eröffnung des Werkks improvisiert werden; im Bild das Konzert der Band Who’s Panda.dvi

Für eine gute Saal-Akustik musste an der Eröffnung des Werkks improvisiert werden; im Bild das Konzert der Band Who’s Panda.dvi

Daniel Vizentini

Es war eine Feuertaufe der stürmischen Art, die das Werkk Anfang Monat erlebt hat: Hunderte Jugendliche folgten ihrer Neugier, das neue städtische Jugendkulturlokal in der Alten Schmiede kennen zu lernen. Dafür nahmen sie auch langes Anstehen in Kauf: Bereits zwei Stunden nach Öffnung war das Lokal voll, wer noch hinein wollte, musste sich lange gedulden.

Drinnen im Saal dann wurden sie bedient mit Konzerten von gleich fünf Bands sowie einem DJ. Die grosse Taufe des Werkks gelang ohne Probleme, augenfällig war auf den ersten Blick nichts. Nach einer gewissen Zeit im dunklen Konzertsaal aber fielen die vielen weissen Styroporflächen auf, die inmitten der kreisrunden Scheinwerfer-Schiene in der Mitte des Saals aufgehängt waren. Schlimm ausgesehen hat die Konstruktion mit mehreren Seilen zwar nicht, sie war aber doch auffallend improvisiert innerhalb des niegelnagelneuen, modernen Baus.

20 Tage...

... nach der Eröffnung findet heute Abend im Werkk wieder eine Party mit Konzert statt. Damit beginnt nun der reguläre Saisonbetrieb mit diversen Veranstaltungen an den Wochenenden.

Gemäss Personen, die in der Badener Kulturszene aktiv sind, soll der Konzertsaal im Werkk akustisch schwierig bis unmöglich einzustellen gewesen sein. Das Problem konnte nur dank viel Kreativität vonseiten des Tontechnikers – darunter fallen die aufgehängten Styroporflächen – gelöst werden. Doch damit nicht genug: Die Lüftung der drei Proberäume im Keller wurde so gebaut, dass dasselbe Lüftungsrohr samt seinen Öffnungen durch alle Räume hindurch geht. Ist eine Band in einem Raum am Üben, hört man sie in den beiden anderen Räumen ebenfalls. Ein gleichzeitiges Proben von mehreren Bands wird damit unmöglich.

Projektleiter bestätigt Probleme

Kann das wirklich sein, dass in einem Millionen Franken teuren, neuen Veranstaltungssaal ausgerechnet die Akustik schlecht ist? Und wie konnten die Planer die Lüftung der Proberäume derart undurchdacht einbauen lassen?

Auf Anfrage bestätigt der städtische Projektleiter Julius Schulz die Probleme und informiert über die Massnahmen. «Es ist normal, dass bei Projekten dieser Art das eine oder andere noch angepasst werden muss, sobald die ersten Erfahrungen im Betrieb gemacht wurden», sagt er. Zusätzliche Kosten entstünden für die Stadt damit nicht: Solche «Feinjustierungen», wie er sagt, seien im Baubudget bereits einkalkuliert worden. Als Erstes werde in den Proberäumen eine zusätzliche Akustikdecke montiert, «um eine unabhängigere Nutzung anbieten zu können».

Was die Akustik im Veranstaltungssaal betrifft, werde abgeklärt, welche Änderungen nötig sind. Dafür müssten noch weitere Erfahrungen mit Veranstaltungen verschiedener Art gesammelt werden: neben Konzerten und Partys auch etwa Theater oder Slam-Poetry-Abende. Erst dann könne man die richtigen Korrekturen am Bau vornehmen, sagt er. Die nächste Lerngelegenheit gibt es bereits heute Abend: Dann findet im Werkk der erste Anlass nach der Eröffnung vor 20 Tagen statt. Damit beginnt auch die Saison mit den regulären Veranstaltungen am Wochenende.

Das Werkk-Personal und die jugendlichen Kulturschaffenden können sich so weiter an die neuen, grösseren Dimensionen im Vergleich zum alten Merkker herantasten. Fürs Aufräumen und Putzen des Konzertsaals und des viel grösseren Aussenbereichs sollen nach dem Eröffnungsanlass zirka fünf Stunden nötig gewesen sein. Im Merkker war diese Arbeit meistens nach zwei Stunden erledigt.