Bahnhof Baden
Junge geschlüpft: SBB-Taubenpärchen verlässt bald das Stachel-Nest

Kaum geschlüpft, sind sie schon erwachsen geworden: Das SBB-Taubenpärchen hat zwei Junge grossgezogen.

Sabina Galbiati
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Nur ein bisschen Flaum am Kopf und der hellere Schnabel verraten, dass die Taube links auf dem Foto noch ein Jungtier ist. Aufgewachsen ist sie am Bahnhof über dem Perron von Gleis eins – natürlich mit einer prächtigen Rundsicht auf das Pendlergewusel. Ihre Eltern hatten zwischen den langen Stacheln auf der SBB-Anzeigentafel, welche die Fahrplaninfos der Züge anzeigt, ihr Nest gebaut (die az berichtete). Eigentlich sollten die Stacheln Vögel fernhalten, damit diese ihr Geschäft nicht auf der Anzeige hinterlassen. Doch statt sich von ihnen einschüchtern zu lassen, nutzten die gewieften Strassentauben diese als Nesthalterung.

Inzwischen sieht das Nest ziemlich mitgenommen aus. Der Laubhaufen, auf dem bis vor wenigen Wochen die brütenden Eltern rund um die Uhr hockten, ist kaum noch zu sehen. Dafür verraten lange weissliche Streifen auf der Anzeige deutlich, wo die Jungtauben aufgewachsen sind – ohne offizielle Toilette.

Noch bevor die zwei Jungen geschlüpft waren, hiess es bei den SBB, dass man das Nest räumen werde, sobald die Jungtiere ausgeflogen sind. Dies dürfte bald so weit sein. Michael Schaad von der Vogelwarte Sempach bestätigte aufgrund der Fotos, dass es sich bei der Taube links um ein Jungtier handelt, das in wenigen Tagen das Nest verlassen werde. Schaad wies bereits, als das Pärchen noch brütete, darauf hin, dass sie ihr Leben lang zusammen bleiben und mehrmals dasselbe Nest bewohnen, wenn es sich als geeignet erweist. «Wird es zerstört, bauen es die Tauben unweit vom alten Standort oder sogar am gleichen Ort wieder auf», sagte Schaad. Ob das Taubenpärchen seine Adresse «Gleis eins» trotz SBB-Räumung behalten will, wird sich zeigen, sobald die Tauben für ihre nächste Brut das Nest neu bauen.

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