Baden

Junger Hochbauzeichner aus Spreitenbach entwickelt Schlaf-Box

Bis der Sandmann kommt: So sieht die Schlafbox der Zukunft aus.ZVG

Bis der Sandmann kommt: So sieht die Schlafbox der Zukunft aus.ZVG

Die Schlafkammer der Zukunft ist 215 Zentimeter lang und 80 Zentimeter breit. Sie wurde vom 22-jährigen Michael Heggli aus Spreitenbach entwickelt. In Japan sind ähnliche Mini-Schlaf-Boxen bereits bekannt und im Einsatz.

«Architektur-Studenten, die an ihren Abschlussprojekten arbeiten, schlafen zum Teil wenige Stunden, dies sogar unter den Bänken, damit sie sofort wieder weiterarbeiten können», sagt Michael Heggli aus Spreitenbach. Dieser Gedanke stand am Anfang der Box, die er selber kreiert und zusammengebaut hat. Sie ist das Resultat seiner Matura-Abschlussarbeit an der naturwissenschaftlichen Berufsmaturitätsschule am Strickhof in Lindau.

Schlafprojekt weckt Neugier

Heggli ist ausgebildeter Hochbauzeichner und erlernt zurzeit das Handwerk des Maurers. Parallel zu dieser Zweitausbildung besucht er berufsbegleitend die naturwissenschaftliche Berufsmaturitätsschule. Im letzten Herbst erhielten er und seine zwei Teamkollegen Gregor Rieche und Cédric Müller den Auftrag, eine Fragestellung für ihre Abschlussarbeit zu finden. «Für unser Team war wichtig, dass wir während der Projektarbeit etwas Handfestes und Zukunftsgerichtetes entwickeln können», erklärt der kreative Denker. Sie begannen, den Platzmangel in Studentenheimen zu untersuchen. Basierend auf diesen Untersuchungen entwickelten sie die Sleep-Box. «Studenten unter Zeitdruck finden in unserer Box stärkende Schlafmomente», ist der 22-jährige Spreitenbacher überzeugt.

Sanftes Licht für die Augen

Auch in Japan sind ähnliche Boxen bekannt. Wie die Waben in einem Bienenstock sind dort die Schlafstätten aufeinander gebaut. Warum sollte dies in der Schweiz nicht möglich sein, fragten sich die drei jungen Studenten. Sie haben Umfragen, unter anderem an der Fachhochschule in Wädenswil, durchgeführt. Das Team baute die Box vor Ort auf und liess Interessierte die Schlaf-Oase erkunden. «Die Reaktionen waren positiv. Viele der Testpersonen würden darin gerne eine Nacht verbringen», freut sich Heggli. Das Innenleben der «Strickhof-Restcube» ist mit runden Formen und wohltuenden Farben ausgestaltet; das sanfte Licht beruhigt die Augen, Musik beglückt die Ohren. «Der Mensch soll sich darin wohl und geborgen fühlen», erklärt Heggli.

Die Projektgruppe eruiert nun die Produktionskosten und überlegt sich die Vermarktung. Für den Hochbauzeichner sei die Entwicklung der Projektarbeit sehr spannend. Er denkt aber, dass «seine» Sleep-Box in der Schweiz keinen grossen Absatz finden werde. «Ich bin Realist. Der Bedarf einer solchen Schlaf-Alternative ist sicherlich vorhanden. Die Produktion ist in dieser Form allerdings zu teuer.» Die erste Schlafbox hat dennoch ihren Käufer gefunden: Ueli Voegeli, Direktor des Kompetenz-zentrums Strickhof in Lindau. Er hat sich dafür eingesetzt, dass die Box in der Schule einen festen Platz erhält. Bald wird sie den Lernenden und Lehrern zur Verfügung stehen. Dann wird Michael Heggli bereits nicht mehr in Lindau sein. Er wird in wenigen Wochen die Berufsmaturität abschliessen und später an der Fachhochschule in Luzern Architektur studieren. Vielleicht mit seiner zweiten Sleep-Box im Handgepäck.

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