«Col Legno» oder auf Deutsch «Mit Holz» – so nennt sich das junge Duo, das am Mittwoch im Gartensaal der Villa Boveri gastierte. Der Name bezeichnet die offensichtliche Gemeinsamkeit der beiden Instrumente Violine und Marimbafon.

Abgesehen von der hölzernen Beschaffenheit können sie unterschiedlicher kaum sein. Umso gespannter erwartete das Publikum den Auftritt von Carolin Forster Borioli und Luca Borioli.

Körper vibrierte mit

Links positionierte sich die Violinistin, rechts der Herr am Marimbafon. Dieses unterlegte einen Teppich, um den Schall etwas zu dämpfen. «Optisch schlecht, akustisch gut», bemerkte Luca Borioli, der mit Witz durch den Abend führte.

Die Geige ertönte melodiös, wogegen das Marimbafon harmonisierend und perkussiv wirkte. Zusammen schufen die Instrumente einen ungewöhnlichen, sphärischen Klang; dergestalt, dass man im Publikum die Vibration am eigenen Körper spürte. Insoweit ergänzten sich Violine und Marimbafon optimal.

Zeitgenössische Komponisten

Die Boriolis spielten Stücke von Manuel de Falla, David P. Jones, George Gershwin und Astor Piazzolla, allesamt Komponisten des 20. Jahrhunderts. Die Arrangements von Falla und Gershwin schrieben sie selbst, da sie noch nicht für Violine und Marimbafon existierten.

Selbst Kritiker der gewagten Kombination von Streich- und Schlaginstrument mussten nach dem Konzert zugeben: Sie hat ihren Reiz. Obschon der Effekt von Stück zu Stück variierte. Besonders eindrucksvoll war er bei «Histoire du Tango» von Piazzolla.

Kein Wunder, gab der Komponist seinerzeit doch höchstpersönlich grünes Licht für ein Arrangement für Violine und Marimbafon – er soll davon richtig begeistert gewesen sein.

Stilistisch vielfältig

Das Duo Col Legno steht seit sechs Jahren auf der Bühne. Carolin Forster Borioli und Luca Borioli verfügen über ein Repertoire mit grosser stilistischer Bandbreite. Sie konzertieren regelmässig in Deutschland und der Schweiz. Sie stammt aus Deutschland, er aus dem Tessin.

Heute leben die beiden Musiker in Untersiggenthal. Das Konzert im Gartensaal organisierte die ABB-Wohlfahrtsstiftung.