Baden/Wettingen

Junges Theater Baden zeigt einen unheilvolle Pakt mit dem Teufel

Mirca Dalla Piazza Popp (stehend auf dem Mühlrad) spielt den alten Müller.

Mirca Dalla Piazza Popp (stehend auf dem Mühlrad) spielt den alten Müller.

Das Junge Theater Baden spielt die alte sorbische Sage «Krabat» im Casino Wettingen. Der junge Krabat, Lehrling in einer Mühle, gerät in den Sog eines Fluches und muss sich beweisen. Das Stück und die Darbietung überzeugen gleichermassen.

Wuchtig thronen die Mahlsteine der alten Mühle inmitten der Szenerie. Hunderte von Kornsäcken türmen sich in die Höhe. Die Bühnenbilder in «Krabat», der neuen Produktion des Jungen Theaters Baden, ist beeindruckend.

Nach einem lieblichen Tanz von zwei elfenhaften Geschöpfen wird die Stimmung düster. Unheimliche Klänge ertönen aus der Tiefe der Bühne, eine verzerrte Stimme hallt böse durchs Dunkel. Der alte Müller schleppt sich keuchend und ächzend am Stock vors Publikum. Er steht mit dem Teufel im Bund, der ihm Unsterblichkeit versprochen hat, wenn er jedes Jahr einen seiner Lehrlinge dem Tod opfert. Um seine Gehilfen bei sich in der Mühle zu halten, weiht der Greis sie in die Schwarze Magie ein. Durch einen Zauberspruch verwandeln sie sich in Raben, können fliegen und sich abheben von allen anderen. Auch das Schleppen der schweren Säcke ist plötzlich ein Kinderspiel. Doch der Preis dafür ist hoch. Einer nach dem anderen bezahlt mit dem Leben.

Der junge Krabat, der als Lehrling in die abgelegene Mühle gerät, merkt bald, welcher Fluch über seinem neuen Arbeitsort hängt. Mit viel Mut und seiner Liebsten kann der Jüngling am Ende den Bann brechen und der Müller damit seinem endgültigen Schicksal nicht mehr ausweichen.

Schauderhaft schön

Gespielt wird die finstere Gestalt des alten Müllers von Mirca Dalla Piazza Popp, Leiterin der Theaterwerkstatt Atelier Kunterbunt in Schneisingen. Sie ist eine wahre Meisterin der Gestik und Mimik und fasziniert in «Krabat» vom ersten Moment an. Aber auch das 9-köpfige Team vom Jungen Theater Baden zeigt in dem Bewegungstheater fast ohne Sprache eindrückliche Leistungen. Die beklemmende sorbische Sage des «Krabat» ist jahrhundertealt. «Das Motiv vom Teufelspakt fasziniert die Menschheit seit jeher», meint Regisseurin Patricia Schmid dazu, «es ist die Geschichte von dem, der für Geld, Ruhm, Macht und Privilegien seine Seele verkauft.» Um die schwarzmagische Atmosphäre auf der Bühne noch zu verdichten, kreierten die beiden Tonmeister Christine Söring und Jürgen Koch von den Münchner Kammerspielen atmosphärische Klänge mit teilweise alten Instrumenten wie dem Ud. Das Knirschen der Mühlsteine und die unheimlichen Krähenschreie sind live aufgenommen und jagen einem Schauer über den Rücken.

Die Raben sind mit Wettingen eng verbunden. Der ortsansässige Künstler Alex Schaufelbühl schuf für «Krabat» und für einen Kreisel in der Gemeinde seine Rabenfiguren. Chocolatier Fabian Rimann erweiterte das hauseigene Sortiment diese Saison mit Schokoladenraben. Das Ticket zu einer Vorstellung von «Krabat» berechtigt auch zur Teilnahme an der Exkursion des Vogel- und Naturschutzvereins zum Krähenschlafplatz beim Tägerhard Wettingen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1