Von den renommierten Berufsorchestern der Schweiz unterscheidet sich das von Felicitas Gadient engagiert geleitete Orchester Sinfonia.baden regelmässig durch originellere Konzertideen. Alle drei Konzerte im Zyklus 2015/16 enthielten in der Mitte ein beliebtes Instrumentalkonzert und endeten mit einer wenig bekannten Sinfonie. Das letzte Konzert vom vergangenen Freitag im Kurtheater knüpfte insofern an die Sinfonie D-Dur von Juan Chrisóstomo de Arriaga (1806-1826) an, als es mit der ebenfalls in D-Dur stehenden Sinfonie von Jan Václav Voříšek (1791-1825) den einzigen Gattungsbeitrag dieses Frühverstorbenen als krönenden Abschluss bot. In Mozarts Todesjahr geboren, hatte der böhmische Frühromantiker auf den ebenfalls früh gestorbenen Wiener Kollegen Franz Schubert vorbereitet. «Sinfonia.baden» beglückte in Voříšeks viersätziger Sinfonie mit spannenden Steigerungen und plastisch umgesetzten Kontrasten.

Mit spätromantischen Raritäten begann das ereignishafte Konzert, von dem nur zu bedauern war, dass es nicht andernorts wiederholt werden konnte. Edward Elgars «Chanson du Matin» op. 15 und «Dream Children» op. 43 waren bei «Sinfonia.baden» gut aufgehoben, da das Orchester darin eine zauberhafte Klangatmosphäre entwickelte.

Drei Solisten nacheinander

Auf ungewohnte Weise erklang Mozarts 9. Klavierkonzert, teilten sich doch Andrea und Christina Staudenmann sowie Simon Popp die solistischen Aufgaben. Sie alle waren ins Begabtenförderungsprogramm des Kantons Aargau aufgenommen worden, besuchen noch die Kantonsschule in Baden und werden von Antja Maria Traub ausgebildet. Der Sangbarkeit und dem musikalischen Elan des mit dem Beinamen «Jenamy» bekannt gewordenen Konzerts in Es-Dur wurden sie in zunehmendem Masse gerecht. Die künstlerisch reifste Leistung erbrachte der Pianist, der im Alter von vier Jahren Klavier zu spielen begonnen hatte. Im langsamen Satz beeindruckte besonders das ausdrucksvolle Dialogisieren der Solistin mit dem differenziert mitgestaltenden Orchester.