Ennetbaden
Jungunternehmer liefern chili-scharfes Essen

Drei Jungunternehmer führen die Cateringfirma «Crispy Chili Productions».

Barbara Scherer
Merken
Drucken
Teilen
Roman Schaerer, Patrik Meyer und Patrik Mösch (v.l.) sind die Gründer der Cateringfirma «Crispy Chili Productions». Chris Iseli

Roman Schaerer, Patrik Meyer und Patrik Mösch (v.l.) sind die Gründer der Cateringfirma «Crispy Chili Productions». Chris Iseli

Chris Iseli

Manch einer in der Region hat den weissen Van mit der orangenen Chilischote auf der Seite schon gesichtet: Wenn er vorfährt, lässt gutes Essen nicht lange auf sich warten. Es ist der Wagen der Cateringfirma «Crispy Chili Productions». Geschäftsführer und Gründer des Unternehmens Partik Mösch (31) weiss: «Essen ist persönlich und darf nicht nebenbei passieren.» Deshalb bezieht die Cateringfirma alle Produkte von regionalen Produzenten. «Wir sparen lieber bei unserem Gehalt, als bei den Produkten», sagt Mösch.

Gemeinsam mit Patrik Meyer (32) und Roman Schaerer (39) hat der Ennetbadener das Unternehmen vor drei Jahren gegründet. Zwar ist der Firmensitz in Ennetbaden, die Küche befindet sich aber im Hotel Sonne in Bremgarten. «Es ist nicht einfach, eine grosse Küche in der Region zu finden», sagt Mösch.

Heute besteht das Unternehmen neben den drei Gründern aus weiteren acht Angestellten und beliefert Anlässe wie das Musikfestival «One of a Million» oder das Bluesfestival in Baden. «Wir servieren aber nicht nur an Grossanlässen, sondern auch an Festen mit 20 Gästen», sagt Mösch. Und das nicht nur in der Region: Wenn der Preis stimmt, liefern die drei Unternehmer in die ganze Schweiz. Dabei wird auf individuelle Wünsche eingegangen: «Wenn es sein muss, kochen wir auch glutenfrei.»

Nur Catering reicht nicht aus

Die Chili-Männer beliefern aber nicht nur Events, sondern kochen auch im Asylzentrum in Bremgarten. «Das ist unsere fixe Einnahmequelle. Nur mit Catering wäre es schwierig, so viele Angestellte zu unterhalten», sagt Mösch. Der Catering-Service sei ein wechselhaftes Geschäft: Je nach Jahreszeit gibt es mehr oder weniger Aufträge.

Mit jedem Auftrag kommen neue Referenzen hinzu und von diesen lebt die Firma. «Ein gutes und grosses Netzwerk ist überlebenswichtig für eine Cateringfirma», erklärt Mösch. Im Gegensatz zu einem Restaurant müsse man immer alles dabei haben oder erst abklären, was es bereits vor Ort gibt.

«Am Anfang haben wir auch mal etwas vergessen.» Heute ist das Team eingespielt. Im Vorfeld treffen sie die Kunden persönlich und klären alles ab. So würden keine Missverständnisse entstehen. «Und den persönlichen Kontakt schätzen unsere Kunden», sagt Mösch.

Vom Koch zum Unternehmer

Wieso hat der gelernte Koch eine Cateringfirma gegründet? «Patrik Meyer und ich haben zusammen die Lehre gemacht. Jahre später kamen wir auf die Idee, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen», sagt Mösch. Anfangs arbeiteten alle drei Gründer noch nebenbei und belieferten Feste von Freunden umsonst. Als die Aufträge sich vermehrten, war Meyer der Erste, der sich der «Crispy Chili Productions» als Vollzeitkoch widmete: «Ich konnte nie so gut mit Autoritäten umgehen. Da lag es nahe, ein eigenes Unternehmen zu gründen.» Es sei ein fliessender Prozess zur Selbstständigkeit gewesen. Heute können die drei gut von ihrer Firma leben.

Es sei zwar eine Herausforderung, aber auch schön, kein Rad in einer grossen Maschinerie zu sein. «Anders als in einem Restaurant kommt das Feedback immer direkt zu uns», sagt Schaerer.

Entgegen Mösch und Meyer hat er aber keine Kochlehre gemacht. Er studierte Geografie und begab sich erst danach in Richtung Eventmanagement. «Ich bin ein guter Hobbykoch. Das sagen auf jeden Fall alle», sagt Schaerer mit einem Augenzwinkern. «Oft rackern wir uns ab und arbeiten sehr lange», sagt Mösch. Die Entscheidung, eine eigene Firma zu gründen, würde er trotzdem immer wieder fällen. «Ohne unser tolles Team wären wir jedoch nicht da, wo wir jetzt sind», sagt Meyer.

Die gemeinsame Firma verbindet

Bis heute sind die drei Geschäftsführer gute Freunde geblieben. Sie seien auf der gleichen Wellenlänge, so Schaerer. Jeder habe seine Stellung in der Geschäftsleitung und sie ergänzen sich. «Unsere Freundschaft kommt sicher vor der Firma», sagt Mösch. Das gemeinsame Unternehmen verbinde viel mehr, als dass es für Konflikte sorge.