Künten
Kaffee, Gipfeli und ein Glas Blutegel zum Frühstück

Naturheilpraktiker Thomas Moser hielt einen spannenden Vortrag über die heilenden Sauger. Bei Kaffee, Gipfeli und einem Glas Blutegel erfuhren die Teilnehmerinnen viel Wissenswertes über die Tierchen.

Sabina Galbiati
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Die Kaffeepause am Frauenmorgen bietet den Besucherinnen eine gute Gelegenheit, Neuigkeiten auszutauschen.

Die Kaffeepause am Frauenmorgen bietet den Besucherinnen eine gute Gelegenheit, Neuigkeiten auszutauschen.

Sabina Galbiati

Hämorrhoiden, Furunkel, Krampfadern, Entzündungen: Blutegel scheinen ein Allheilmittel zu sein. Und weil die Tierchen so vielfältig einsetzbar sind, lauschten die Besucherinnen am Frauenmorgen in Künten wissbegierig dem Referat von Drogist und Naturheilpraktiker Thomas Moser.

«Das Thema ist nicht alltäglich, aber gerade deshalb auch spannend», sagte Susanne Zoccoletti vom Organisationsteam des Frauenmorgens. Das ungewöhnliche Thema mag denn auch der Grund gewesen sein, weshalb nicht ganz so viele Frauen in den Pfarreisaal kamen.

 In der Kaffeepause nutzen die Besucherinnen die Gelegenheit, um Neuigkeiten auszutauschen.
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 Drogist und Naturheilpraktiker Thomas Moser bringt viel Humor in sein Referat über die Therapie mit Blutegeln.
 Bis zu zehn Blutegel kann man in einem Glas halten. Das Wasser sollte man alle zwei bis drei Tage wechseln und die Temperatur darf nicht zu hoch sein.
 In der Kaffeepause stellen Besucherinnen ihre brennendsten Fragen an Referent Thomas Moser.
 Die Frauen warten gespannt, bis Thomas Moser sein Referat beginnt.
 Ganz früh am Morgen deckt Susanne Zoccoletti vom Organisationsteam des Frauenmorgens die Tische.

In der Kaffeepause nutzen die Besucherinnen die Gelegenheit, um Neuigkeiten auszutauschen.

Sabina Galbiati

Normalerweise kommen 30 bis 40 Leute. Diesmal waren es 20 Frauen. Inzwischen sind Männer aber ebenfalls herzlich willkommen. «Wir suchen immer wieder Themen, die auch für Männer spannend sind», sagt Zoccoletti. Reiseberichte seien sehr beliebt. So etwa jener von Samuel Hügli, der alle 4000er der Schweiz bestiegen hat.

Blutegel ernten nur ein «Wääh!»

Thomas Moser verstand es, sein Referat mit Humor zu würzen. Blutegel seien seine besten Mitarbeiter, weil sie ein Jahr vom gesogenen Blut leben können und ausser einem Glas Wasser kaum etwas brauchen, sagte er. «Trotzdem ernten die Tierchen immer nur ein ‹Igittigitt!› oder ein ‹Wääh!›.» Dabei könne man sie durchaus auch streicheln.

Nachdem die Biologie des Blutegels und die Geschichte der Therapie erzählt waren, verkündete Moser die Kaffeepause. Sogleich wollten einige der Teilnehmerinnen die Tierchen beäugen und ihre persönlichen Fragen zu Einsatzmöglichkeiten von Blutegeln beantwortet bekommen.

Eine unerschrockene Frau lies sich einen der Egel auf die Hand setzten. Wer lieber Abstand halten wollte, unterhielt sich bei Kaffee und Gipfeli mit den Tischnachbarinnen. Nach der Pause folgte der spannendste Teil mit den Therapiemöglichkeiten.

Bis(s) zu 15 Milliliter Blut

Bis zu zwei Stunden dauert eine Anwendung. Dabei werden die Blutegel je nach Beschwerde auf entsprechende Reflexzonenpunkte des Körpers gesetzt. Dort saugen sie sich fest und trinken bis zu 15 Milliliter Blut. In der freien Natur würden die Egel danach abfallen und ins nächstbeste Gewässer kriechen. «Sie sind ziemlich wendig und schnell unterwegs», sagt Moser.

10 Fakten zum Blutegel

Es existieren 600 verschiedene Arten weltweit.

15 Arten werden in der Heilkunde verwendet.

Der Blutegel wird bis zu 30 Jahre alt.

Der Blutegel ist ein Zwitter und hat weibliche und männliche Geschlechtsorgane.

Mit ihren Zähnen dringen sie 1,2 bis 1,5 Millimeter in die Haut ein.

Er saugt bis zu 15 Milliliter Blut.

Bei der Therapie werden bis zu zehn Egel gleichzeitig aufgesetzt.

Wenn sich der Egel vollgesaugt hat, braucht er gut ein Jahr lang keine Nahrung mehr.

Der Egel schwitzt das Wasser des Blutes aus seinem Körper aus.

Blutegel sind Lungenatmer.

Nebst eingangs erwähnten Beschwerden lassen sich auch Ganzkörperentgiftungen machen. Vier bis fünf Behandlungen sind dafür nötig. Eine Teilnehmerin liess sich bereits ihre Knieartrose mit den Tierchen behandeln. «Danach konnte ich wieder tipptopp laufen», erzählte sie. «Ich empfehle die Methode allen Leuten in meinem Umfeld.»

Kommende Frauenmorgen: Mi. 19.2., 9-11 Uhr, Pfarrsaal Künten, «Salsa bewegt!» mit Marianne und Hanspeter Buzek von Salsallegria; Mi. 19.3., 9-11 Uhr, Pfarrsaal Künten, «Pro Specie Rara – alte Gemüse- und Früchtearten neu entdeckt» mit Annafried Widmer.