Kaiserstuhl
Wein, Weib und jede Menge Turbulenzen: Susanne Kunz kommt für «Die Weinprobe» zum zweiten Mal auf die Kaiserbühne

Nach einem Jahr feiert das süffige Lustspiel noch einmal Premiere. Mit derselben Besetzung, aber an einem anderen Ort. Die Hauptrolle spielen zwei Männer, eine femme fatale und jede Menge Wein.

Rosmarie Mehlin
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Die Schauspieler Patric Gehrig, Susanne Kunz und Jürg Plüss mit einer Flasche Wein.

Die Schauspieler Patric Gehrig, Susanne Kunz und Jürg Plüss mit einer Flasche Wein.

Zvg

Am 16. Oktober 2020 hatte die Kaiserbühne mit ihrer Eigenproduktion «Die Weinprobe» Premiere gefeiert. Fast auf den Tag genau ein Jahr später hat die Kaiserbühne nun erneut Premiere mit demselben Stück, in derselben Besetzung, aber auf einer anderen Bühne. Genau genommen ist es diesmal ein «Heimspiel» kann «Die Weinprobe» ab dem kommenden Freitag doch im Amtshaus-Theaterkeller an der Hauptgasse aufgeführt werden.

Vor Jahresfrist aber hatte Corona die Kaiserbühne aus ihrem Zuhause vertrieben gehabt: Unter strengen Maskenpflicht war das Schauspiel des österreichischen Autors Stefan Vögel in der Kaiserstuhler Mehrzweckhalle über die Bühne gegangen. Allerdings nur kurze Zeit! Schon am 30. Oktober war - wie für alle  kulturellen Veranstaltungen - auch für das Lustspiel Schluss mit lustig:  Die geplanten 18 weiteren Aufführungen scheiterten ab 30. Oktober 2020 an neuen bundesrätlichen Verordnungen.

Erpressung und Erotik

Nun macht die Zertifikats-Pflicht einen Neuanfang für das weinselig-erotische Stück möglich. In der Inszenierung vom künstlerischen Kaiserbühne-Leiter Peter-Niklaus Steiner stehen mit dem Luzerner Patric Gehrig, dem Bündner Jürg Plüss und der bestens bekannten Bernerin Susanne Kunz dieselben Akteure auf der Bühne.

Zwei Männer, Wein und ein Weib – das kann ja heiter werden. Dies wird der Abend denn auch. Der Plot ist nicht nur nicht rasch erzählt, sondern es soll hier und jetzt auch nicht zu viel über die Handlung verraten werden. Nur so viel: Ein leidenschaftlicher Weinsammler und seine Gattin kommen, zusammen mit einem Freund vom Klassentreffen nach Hause um gemeinsam einen Absacker zu genehmigen.

Während der Ehemann vom Besitz einer Flasche «Château Pétrus» Jahrgang 1990 träumt, hat der Freund – in dessen Keller just eine solche Rarität lagert – nur eine Nacht mit der Ehefrau im Sinn. Aus dieser Konstellation entwickeln sich die wildesten Turbulenzen rund um Lust und Frust. Zwischen Erpressung, Missverständnissen, Lügen und Ehekrise hat durchaus auch Önologie Platz - vor allem aber eine tüchtige Portion Erotik in der Person von Gattin Danielle.

Susanne Kunz als femme fatale

In dieser Rolle lernt man Susanne Kunz von einer neuen Seite näher kennen. Als Moderatorin der Quizshow, «Eiger, Mönch& Kunz», vom Jugendformat «Oops», der Serie «Tapetenwechsel» sowie der Spielshow «1 gegen 100» hat sie rund 20 Jahre lang Herrn und Frau Schweizer am Fernsehen bestens unterhalten. 2019 hatte sie dem Bildschirm tschüss gesagt, um sich ganz auf die Schauspielerei und ihrer Tätigkeit als Pilates-Lehrerin zu widmen.

Schon bald hatte Corona aber ihre Theaterpläne durchkreuzt. Doch Kunz wäre nicht Kunz, hätte die 43-Jährige die Misere nicht auch als Chance gesehen: Zusammen mit einer Kinesiologin bietet seit diesem Frühling Zeit nun auch Resilienz-Workshops an. Das Wort bedeute soviel wie Widerstandskraft. Es gehe darum, seine Ressourcen zu stärken um gelassener und optimistisch zu bleiben, hatte Kunz im März der «Blick»-Leserschaft erläutert.

Ihre Danielle in «Die Weinprobe» ist zwar optimistisch, aber nicht gelassen. Was nicht heissen will, dass sie als Frau zwischen zwei Männern nicht souverän wäre. Im Gegenteil: Nein, Kunz zieht als Danielle locker und überlegen alle Register einer «femme fatale», geizt nicht mit ihren Reizen und zeigt dabei klar, dass Erotik und Emanzipation sich keineswegs gegenseitig ausschliessen.

In Kaiserstuhl wird «Die Weinprobe» vom 15. Oktober bis 31. Dezember aufgeführt. www.kaiserbuehne.ch

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