Künten
Kälte und Frost bedrohen prähistorische Funde

Das archäologisch-gesehen perfekte Wetter ermöglicht es dem Ausgrabungsteam in der Chüeweid im Reusstal, neue Funde aus der Frühbronzezeit freizulegen. Hinweise, die auf eine römische Siedlung deuten würden, gibt es noch immer keine.

Christian Trippel
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Ausgrabung Chueweid in Künten

Ausgrabung Chueweid in Künten

Zur Verfügung gestellt

Die Ausgrabungen begannen, als die Gemeinde Künten die Kantonsarchäologie Aargau über Baupläne informierte. Da sich die Baustelle in einem ehemaligen Fundgebiet römischer Hinterlassenschaften befinde, habe man sie verständigt, erzählt die Ausgrabungsleiterin Luisa Galioto. Nach genaueren Abklärungen wurde das Gebiet sondiert. «Man wollte natürlich verhindern, dass durch den Bau archäologisch-relevantes Material verloren geht», erklärt Galioto das Vorgehen.

Grosse Überraschung

Die Sondierung bringt Erstaunliches ans Licht. In etwa 60 Zentimeter Tiefe stossen die Archäologen auf Objekte aus der Steinzeit, obwohl man nach römischen gesucht hatte. Man beschliesst die Grabungen zu intensivieren.

Nach intensiver Baggerarbeit entdeckten die Archäologen weitere prähistorische Objekte. Es handle sich vor allem um Keramik aus der Frühbronzezeit, präzisiert Luisa Galioto. «Es sind zwar keine bahnbrechenden Funde, allerdings ist der Zusammenhang zur römischen Siedlung, welche früher entdeckt wurde, sehr spannend.»

Funde in Gefahr

Momentan werden die meisten Funde noch von einer deckenden Schicht Erde geschützt, allerdings wird auch diese bald abgetragen sein. Dann beginnt der Kampf gegen das Wetter und die Zeit. «Durch Kälte und Frost könnten die Funde beschädigt werden», sagt Galioto. Deshalb müssen die Objekte so schnell wie möglich geborgen und in Sicherheit gebracht werden.

Finanzieller Druck

Doch das Archäologen-Team steht auch anderweitig unter Druck. Genauer unter Zeitdruck. «Unsere beschränkten finanziellen Mittel verhindern eine längere und genauere Ausgrabung», klagt Galioto. Und auch die Bauherren wollen nicht mehr lange abwarten. In spätestens sechs Wochen müssen die Archäologen schwereren Geräten Platz machen: Die geplante Überbauung einer Siedlung soll pünktlich beginnen.

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