Forschung

Kamera filmt Badener Tag und Nacht im Wald – das steckt dahinter

Die Kamera mit dazugehörigem Infoplakat.

Die Kamera mit dazugehörigem Infoplakat.

Forscher wollen herausfinden, wie viele Menschen abends und nachts auf der Allmend unterwegs sind – und was sie dort treiben.

Wer in diesen Tagen auf der Allmend oberhalb von Baden einen Spaziergang macht, dem fällt vielleicht eine Kamera auf, die neben dem Gehweg an einem Baum befestigt ist. Big Brother? Nein. Die Kamera ist nicht gedacht, um die Leute auszuspionieren, sondern stammt von der Forschungsgruppe Umweltplanung der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW). In Zusammenarbeit mit der Stadt Baden und dem Bundesamt für Umwelt wollen die Forscher herausfinden, wie viele Menschen sich abends im Wald aufhalten und wieso sie dort ihre Zeit verbringen.

Seit letztem Herbst läuft das Projekt «Nächtliche Erholungsaktivitäten im Stadtwald». Die Forscher gehen davon aus, dass wir in einer 24-Stunden-Gesellschaft leben, die stets und überall aktiv ist – so auch in urbanen Wäldern. Und die Wissenschaftler vermuten, dass in den letzten Jahren die Erholungsaktivitäten in der Nacht zugenommen haben. Sie nehmen an, dass die Besucherzahlen in stadtnahen Wäldern weiterhin ansteigen werden. Zahlen gibt es zu dieser These bisher kaum. Dies wollen die Forscher mit diesem Projekt auf der Allmend ändern. Matthias Riesen, wissenschaftlicher Mitarbeiter Forschungsgruppe Umweltplanung, erklärt, dass es in dem Projekt im Wesentlichen darum gehe, Zahlen zu erfassen.

Privatsphäre bleibt unangetastet

Bedenken, wonach die Fotos ein Eingriff in die Privatsphäre sein könnten, seien unbegründet, sagt Matthias Riesen. Auf der Kamera hat es einen Kleber, der dafür sorgt, dass alles, was aufgenommen wird, unscharf erscheint. «Uns interessiert nicht, ob die Person nun ein Kind oder ein Erwachsener ist, sondern viel eher, ob es sich um einen Jogger oder einen Velofahrer handelt», erklärt Riesen. Nebst diesem Filter hängt neben der Kamera am Baum ein Informationsplakat.

Die Ergebnisse des Projekts werden gegen Ende Jahr erwartet. In welcher Form die Resultate veröffentlicht werden, ist noch nicht ganz klar. Vorgesehen sei eine wissenschaftliche Publikation, erklärt Riesen.

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