Mägenwil

Kamera in Turnhalle installiert: Gemeinde-Mitarbeiter freigestellt – «Wir hatten keine andere Wahl»

Weil er eine Kamera im Foyer der Turnhalle aufhängte, wurde ein Gemeinde-Mitarbeiter provisorisch freigestellt. Die Kantonspolizei wurde eingeschaltet, die Akten der Staatsanwaltschaft übergeben. Am Montagnachmittag hat der Gemeinderat das weitere Vorgehen beraten.

Ein Angestellter der Gemeinde Mägenwil ist provisorisch freigestellt worden. «Ich habe ihm den Entscheid des Gemeinderats im persönlichen Gespräch mitgeteilt», sagt Gemeindeammann Marin Leuthard. Grund für die Freistellung: Im Foyer der Doppelturnhalle in Mägenwil wurde eine Videokamera installiert; sie filmte den Eingangsbereich sowie die Doppelturnhalle.

Es sei unbestritten, dass der Mann die Kamera aufgehängt habe, sagt Marin Leuthard. Die Kantonspolizei sei eingeschaltet worden, sie habe die Kamera entfernt. Inzwischen seien die Akten an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden.

Mitarbeiter wegen Videoüberwachung freigestellt: Das sagt der Mägenwiler Gemeindeammann

«Er hat die Möglichkeit, sich dazu zu äussern»: Das sagte der Mägenwiler Gemeindeammann Marin Leuthard am Montag gegenüber Tele M1.

Die provisorische Freistellung erfolgte am 4. September, öffentlich bekannt wurde dies vor wenigen Tagen: Die Eltern der Mägenwiler Schülerinnen und Schüler erhielten ein Schreiben, das vom Schulleiter, der Schulpflegepräsidentin und einem Gemeinderat unterzeichnet wurde, wie der «Reussbote» berichtet.

Unklar jedoch nach wie vor: warum die Kamera installiert wurde. «Es ist nicht so, dass wir nicht mehr sagen wollen; wir kennen die Gründe nicht», erklärt Gemeindeammann Leuthard.

Keine Hinweise, dass Garderoben gefilmt wurden

Der Gemeinderat wurde von der Schulpfege über die Kamera informiert. «Danach hatten wir keine andere Wahl, als den Mann freizustellen», erklärt Leuthard. Erstens, weil die Kamera von der kantonalen Datenschutzbeauftragten hätte bewilligt werden müssen, und zweitens, weil es sich bei einer Turnhalle um einen besonders sensiblen Bereich handle. «Gemäss meinen Informationen gibt es aber keine Hinweise, dass die Garderoben oder der Garderobenbereich gefilmt wurden», sagt Leuthard.

Am Montagabend trifft sich der Gemeinderat, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Zur Diskussion steht ein Disziplinarverfahren, das von einer Verwarnung bis zu einer Kündigung alle Möglichkeiten offen lasse. Im Rahmen dieses Verfahrens werde der Gemeindeangestellte die Möglichkeit haben, dem Gemeinderat seine Sicht der Dinge darzulegen, so Leuthard. Der Gemeinderat werde die Öffentlichkeit informieren, sobald es Neuigkeiten gebe. Nicht zum Fall  äussern will sich die Schule Mägenwil, mit dem Hinweis, dass es sich beim Mann um einen Angestellten der Gemeinde und nicht der Schule handle. 

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