Baden/Wettingen
Kammerchor spielt Lieder von der Barock-Epoche bis zu den Beatles

Ein stimmungsvolles Konzert zu britischen Melodien gab der Kammerchors Akusma zusammen mit dem renommierten Ensemble Eskeniangeli. Das Programm reichte über mehrere Epochen. Die Musiker spielten in perfekter Harmonie.

Susanna Vanek
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Der Kammerchor Akusma harmonierte bestens mit dem Ensemble Eskeniangeli.

Der Kammerchor Akusma harmonierte bestens mit dem Ensemble Eskeniangeli.

Susanna Vanek

Unter der Leitung von David Haladjian und begleitet vom renommierten Ensemble Eskeniangeli bot der Kammerchor Akusma am Wochenende unter dem Titel «Great Britain» mit zwei Konzerten in der Sebastianskapelle Baden und in der Aula des Klosters Wettingen ein breites, anspruchsvolles und sehr gelungenes Programm. Es reichte vnm Barockchorgesängen bis zu Beatles-Melodien.

Auch wenn sie im Kammerchor Akusma in der Minderzahl sind, waren es die Männer, die mit «Blow The Wind Southerly», einem Volkslied, das Konzert begannen, begleitet von Dirigent David Haladjian am Flügel. Das ist bemerkenswert, weil das Lied von der Sehnsucht einer Frau nach ihrem Liebsten handelt. So zeigte sich, dass der Kammerchor Akusma, der aus Profimuskerinnen und –musikern aus Armenien, Spanien und Italien besteht, im Konzert mit subtiler Raffinesse überraschte und überzeugte.

Perfekte Harmonie

Das Ensemble Eskeniangeli, das sind Shant Eskenian an der Violine, Tamar Eskenian an der Flöte, Agnès Mauri Galik an der Viola und Angelika Zwerger am Violencello. Im dritten Stück «Flow, My Tears» von John Dowland, einem erstmals 1596 publizierten Werk gaben sie einen ersten Eindruck ihres Könnens. Der Dirigent Haladjian liess dabei die melancholischen Weisen der Instrumentalisten immer wieder von den Gesängen des Chors umfluten. Und dabei zeigte sich, was sich im Verlaufe des Konzertes bestätigen würde: Das Ensemble, das nicht zum ersten Mal mit dem Kammerchor Akusma auftrat, und die Laiensängerinnen und –sänger des Badener Chors harmonierten auf eine perfekte Art und Weise zusammen.

Das Ensemble bestritt das Konzert teilweise mit historischen Instrumenten mit Darmseiten, die, wenn sie bei einem Stück zum Einsatz kamen, neu gestimmt werden mussten. Dies erläuterte Shant Eskenian dem Publikum dann auf eine unterhaltsame Art und Weise.

Armenische Flöte

Das Ensemble Eskeniangeli hatte während des Konzertes zwei Blöcke, in denen nur sie spielten – das erste Mal mit dem Stück für Tänzer aus der Semioper von Henry Purcell «King Arthur» und später mit Volksweisen, die John Plyford(1623-1683) aufgeschrieben hatte. Auch in den einzelnen Stücken hatte das Ensemble immer wieder grosse Momente, zum Beispiel in «I vow to thee, my country», das unter anderem an der Hochzeit von Prinzessin Diana gesungen worden war. Das Stück liess Haladijan Tamar Eskenian als Besonderheit mit einer armenischen Flöte starten.

Bei der grossen Mehrzahl der ausgewählten Stücke handelte es sich um Chorwerke, die von Liedern der Beatles ergänzt wurden. Das Reggae-inspirierte «Ob-la-di, ob-la-da» beendete das offizielle Konzertprogramm. Bei der Zugabe «Goodnight Sweetheart» löschte Dirigent Haladjian als witzige Einlage das Licht. Der Applaus, als es wieder anging, war wohlverdient. Haladjian hatte für die Laiensängerinnen und Laiensänger von Akusma ein anspruchsvolles Programm ausgewählt, doch diese bewältigten es ausgezeichnet.