Im Weiler Holzrüti in Niederrohrdorf soll künftig nur noch mit Tempo 30 gefahren werden. Das fordern die Bewohner Holzrütis in einer Petition, die sie vor kurzem dem Gemeinderat übergeben haben. «Für viele stellt Holzrüti einen Schleichweg dar», sagt Anwohner und BDP-Grossrat Michael Notter. Vor allem dann, wenn die Rohrdorferstrasse zwischen Niederrohrdorf und Mellingen, auch «Brand» genannt, beispielsweise wegen Bauarbeiten temporär gesperrt sei. Ausserdem sei Holzrüti in den neuen Navigationsgeräten aufgeführt. «Dadurch wählen immer mehr Ortsunkundige die Verbindungsstrasse, ohne zu wissen, dass sie an vielen Stellen schmal ist und unübersichtliche Kurven aufweist.»

Die Tempo-30-Petition haben die Anwohner aber nicht des Lärmes wegen eingereicht, sondern aufgrund der Sicherheit. «Die Anzahl Kinder ist in letzter Zeit angewachsen, auch durch Neuzuzüger», sagt Notter, der selber drei Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren hat. Als Beispiel fügt er seinen Hof an, bei dem sich auf der einen Seite der Stall und auf der anderen das Wohnhaus befindet. Getrennt werden die beiden Liegenschaften von der Holzrütistrasse. «Was für meine Kinder der Hausplatz ist, ist für Lenker eine Dorfstrasse», sagt er. Man habe zwar bereits Tafeln mit «Achtung Kinder» aufgestellt, dennoch würde dies nicht gross helfen, das Tempo zu reduzieren.

Fahrverbot mit Zubringerdienst

Verkehrsberuhigte Massnahmen waren erstmals 2010 in Zusammenhang mit der Sanierung der Holzrütistrasse aufgetaucht. Damals hatte der Gemeinderat geplant, ein Fahrverbot mit Zubringerdienst einzuführen. «Gegen das Baugesuch gingen jedoch einige Einwendungen ein, aber nicht von Holzrütern», erinnert sich Notter. Statt eines Fahrverbots mit Zubringerdienst entschied man sich für ein Fahrverbot für Lastwagen. «Dies wurde eingeführt, ohne dass wir eine Stellungnahme abgeben konnten.» In der Folge sei man mit dem Gemeinderat an den Tisch gesessen und habe nach Alternativen gesucht. «Dabei kam auch das Thema von Tempo 30 auf», so der BDP-Grossrat. Man habe das Ganze nach dem Gespräch aber nicht mehr weiterverfolgt.

«Jetzt, wo die nächste Generation von Holzrüter heranwächst, wollen wir einen neuen Versuch starten», sagt Michael Notter. Mit der Einführung von Tempo 30 erhoffen sich die Petitionäre, dass die Verbindungsstrasse an Attraktivität einbüsst und vor allem sicherer wird. Die Petition wurde, mit Ausnahme von zwei ortsabwesenden Anwohnern, von sämtlichen Holzrütern unterschrieben. Nun hoffen die 31 Unterzeichnenden auf eine positive Antwort im Sinne einer sicheren Verkehrsführung.

Anliegen wird nun abgeklärt

Die Niederrohrdorfer Bauverwaltung hat die Petition an die kantonale Sektion Verkehrssicherheit weitergeleitet. Diese wird nun abklären, ob im Weiler Holzrüti die Voraussetzungen für eine Tempo-30-Zone gegeben sind. Wenn ja, wird ein Verkehrsplaner den Vorschlag für ein konkretes Projekt vorlegen. «Danach können wir den Petitionären eine Antwort geben, ob, wie und wann Tempo 30 eingeführt werden kann», erklärt Bauverwalter Sandro Fischer.