Ende Jahr läuft die vierjährige Pilotphase des Familienzentrums Karussell Region Baden aus. Danach soll der Betrieb regulär weiterlaufen, nach dem Muster des Pilotprojekts.

Allerdings war bisher noch unklar, ob und in welchem Umfang die vier bisherigen Trägergemeinden Baden, Wettingen, Ennetbaden und Obersiggenthal das Familienzentrum nach der Projektphase weiter mitfinanzieren würden – zumal die Gemeinden unter Spardruck stehen.

Nun vermeldet das Familienzentrum: Alle vier Gemeinden haben ihre bisherigen Beiträge für das kommende Jahr ins Budget aufgenommen. «Wir sind sehr erleichtert und dankbar», sagt Betriebsleiterin Kathie Wiederkehr. Denn obwohl der Betrieb inzwischen über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt ist und im letzten Jahr 31 000 Besucher zählte, musste die Betriebsleiterin für die Beiträge kämpfen.

Die Gründe dafür sind nicht zuletzt die Gesamterneuerungswahlen 2017. Verschiedene neu gewählte Politiker kannten das Familienzentrum noch nicht. «Ich habe viele Gespräche geführt und mein Netzwerk eingesetzt, denn wir mussten die neuen Gemeinderäte, Kommissionsmitglieder und zuständigen Abteilungsleiter überzeugen, dass wir nicht einfach nur ein Plauschcafé sind sondern unter anderem eine zentrale Anlaufstelle für Eltern», sagt Wiederkehr. Auch über Sparvorschläge wurde hart diskutiert. «Aber der Aufwand hat sich gelohnt», meint Wiederkehr.

Ennetbaden hat seinen Beitrag sogar erhöht, von 9000 auf 12 000 Franken. Baden zahlt mit 230 000 Franken weiterhin den grössten Betrag vor Wettingen mit 50 000 Franken. Obersiggenthal steuert 5000 Franken bei. Zwar müssen die Budgets im Herbst noch durch die jeweiligen Einwohnerräte respektive Gemeindeversammlung genehmigt werden. «Doch wir sind zuversichtlich, dass es dann keine grossen Erdrutsche mehr geben wird», sagt Wiederkehr.

Finanzen auf Schultern verteilen

Das Familienzentrum steht zudem mit weiteren Gemeinden in Kontakt. «Wir konnten bei einigen Gemeinden ein Gesuch zur Mitfinanzierung stellen.» Die Antworten stehen jedoch noch aus. Weitere Beiträge zu erhalten, sei momentan wegen der finanziellen Lage vieler Gemeinden sehr schwierig.

«Unser Ziel ist es nicht insgesamt mehr Gelder zu erhalten, sondern die Beiträge auf mehr Schultern zu verteilen», sagt Kathie Wiederkehr. «Sollten sich weitere Gemeinden an der Finanzierung beteiligen, würden wir deshalb von uns aus auf Baden oder Wettingen zu gehen und sagen ‹ihr könnt eure Beiträge etwas kürzen›.»

Letzteres dürfte dann die Aufgabe von Kathie Wiederkehrs Nachfolgerin Rosmarie Hubschmid sein, die derzeit eingearbeitet wird und den Betrieb des Familienzentrums im August übernimmt.