Neuenhof
Kämpfer Walter Benz wurde mit tosendem Applaus verabschiedet

An der Gemeindeversammlung von Neuenhof ist Gemeindeammann Walter Benz für sein Wirken gewürdigt worden. Er sei ein Kämpfer gewesen und habe viel Herzblut für seine Projekte vergossen.

Roman Huber
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Mit der Strategie «vorwärts» leitete der Gemeinderat vor Jahresfrist seinen verzweifelten Kampf gegen die mittelfristig drohende Zahlungsunfähigkeit der Gemeinde ein. Gemeindeammann Walter Benz orientierte zu Beginn der Versammlung über den Stand der Dinge.

Eine Gemeinde kämpft weiter

An erster Stelle stand die erfreuliche bauliche Entwicklung, die der Gemeinde viele Zuzüge gebracht habe und noch bringen werde, so Benz. Am Wochenende werden die 25 Eigentumswohnungen im Bifangpark (25-Mio.-Franken-Bau) bezogen. In der Wohnüberbauung Webermühle ist die Sanierung für 38 Mio. Franken gestartet worden.

Der Landverkauf «Quer» hat der Gemeinde knapp 5 Mio. Franken in die Kasse gespült. Bereits nächstes Jahr soll gebaut werden. Standortmarketing und Gesamtrevision Bau- und Nutzungsordnung (az von gestern) sind aufgegleist, die Schulraumplanung läuft. Mit Befriedigung erwähnte Benz auch den Entscheid des Verwaltungsgerichts zugunsten von Neuenhof und gegen den Kanton. Interessant ist auch der Blick auf den für 2011 hochgerechneten Finanzplan. Alle Werte seien besser, unter dem Strich dürfte Neuenhof Ende Jahr um 2 Mio. Franken besser als erwartet dastehen, der Aufwandüberschuss werde 300 000 Franken tiefer liegen als budgetiert, so Benz. Der Finanzausgleich vom Kanton werde im 2012 wegfallen, erklärte er.

Es sei darum im Jahr 2012 mit einem Aufwandüberschuss von etwas über 2,9 Mio. Franken zu rechnen. «Für eine ausgeglichene Rechnung müssten wir den Steuerfuss auf 133 Prozent erhöhen», so Benz, ohne näher auf negative Konsequenzen in einem solchen Fall hinzuweisen.

Höchste Befürchtung beim Kanton

Vor der Budgetberatung zitierte Benz aus dem mehrseitigen Brief des Kantons, der «höchste Befürchtungen» für diesen Kurs äusserte und Neuenhof aufforderte, das Steuer herumzureissen. Handlungsbedarf beim Steuerfuss gebe es spätestens, wenn das Eigenkapital aufgebraucht sei. Die Versammlung genehmigt das Budget praktisch einstimmig.

Gleich dreimal Abschied

Vizeammann Hanspeter Benz verabschiedete den scheidenden Ammann. Der Vize beschrieb seinen Ammann als Kämpfer. Ab 2001 habe er für die Verwaltungsreorganisation, Sanierung und Umbau des Gemeindehauses, das Zusammenschlussprojekt mit Baden und nun die Strategie «vorwärts» am meisten Herzblut vergossen. Er fügte dann noch die Feierlichkeiten mit der Partnerstadt Holzgerlingen und das Bareggfest 2003 an. Walter Benz blickte zufrieden auf seine Amtszeit zurück und dankte allen, die ihn unterstützt hätten. Er wünschte den Verantwortlichen alles Gute und meinte: «Es gibt keinen Weg, der an der Stadt Baden vorbeiführen wird.» Mit tosendem Applaus und Standing Ovations verabschiedeten ihn die Versammelten.

Mit Applaus wurden auch Finanzverwalter Willy Krüttli (seit 1987) und Gemeindeschreiber Marcel Muther (seit 1990) verabschiedet.