Bezirk Baden
Kampfwahl: Diese beiden Kandidierenden stellen sich zur Friedensrichterwahl

Wer folgt auf die Wettinger Neu-Grossrätin Manuela Ernst (GLP) als Friedensrichterin oder Friedensrichter? Die Wettingerin Andrea Kleger (GLP) und der Würenloser Martin Rellstab (SVP) kandidieren für das Amt.

Claudia Laube
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Der Rücktritt der Wettinger Neu-Grossrätin Manuela Ernst (GLP) als Friedensrichterin macht eine neue Wahl im Kreis IV des Bezirks Baden nötig. Wurde Ernst vor vier Jahren noch in einer stillen Wahl gewählt, so kämpfen diesmal zwei Personen um die Gunst der Wählerinnen und Wähler: Neben Ernsts Parteikollegin Andrea Kleger bewirbt sich auch der Würenloser Martin Rellstab (SVP). Die Wahl findet am 7. März statt.

Die 41-jährige Andrea Kleger ist vor einem Jahr der GLP beigetreten. Sie hat diese Partei gewählt, «weil ich überzeugt bin, dass die Schweiz mit ihrer Innovationskraft in Wirtschaft und Bildung einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leisten kann». Die Mutter von drei Kindern, die mit ihrer Familie in Wettingen lebt, will sich politisch engagieren und dazu auch ein öffentliches Amt bekleiden. Deshalb bewirbt sich Kleger nun als Friedensrichterin.

Andrea Kleger, 41-jährig, GLP, aus Wettingen.

Andrea Kleger, 41-jährig, GLP, aus Wettingen.

zvg

«Ich bin eine leidenschaftliche Verfechterin unseres Milizsystems», sagt sie. Ursprünglich ist sie diplomierte Maschineningenieurin ETH, hat sich aber 2012 mit einem Unternehmen selbstständig gemacht, das Firmen auf dem Weg der Digitalisierung unterstützt.

«Meine Funktion als Geschäftsführerin bringt es mit sich, dass ich auch oft zwischen Partnern, Kunden, Dienstleistern und Mitarbeitenden vermitteln und auch Entscheide treffen muss. Ich bin es gewohnt, mich schnell in neue Sachverhalte einzuarbeiten und kritische Fragen zu stellen.» Dies seien entscheidende Kompetenzen, die ihr sicherlich auch als Friedensrichterin zugutekommen werden.

Zudem habe sie ein Nachdiplomstudium in interkultureller Kommunikation absolviert, wobei Mediation und Konfliktlösung ein Schwerpunkt gewesen sei. Als Selbstständige habe sie sicher auch genügend Kapazität, um das Amt seriös ausführen zu können.

Beide Kandidaten sehen sich als Konfliktlöser

Ihr Konkurrent ist der 43-jährige Martin Rellstab aus Würenlos. Der Langstrecken-Pilot und Betriebsökonom ist vor mehreren Jahren der SVP beigetreten, «in der Absicht, politisch aktiv zu werden». Aus seiner Sicht habe das Friedensrichteramt aber nichts mit Parteipolitik zu tun. «Mir liegt die Schweiz mit ihren Bürgerinnen und Bürgern sehr am Herzen», sagt Rellstab.

Martin Rellstab, 43-jährig, SVP, aus Würenlos.

Martin Rellstab, 43-jährig, SVP, aus Würenlos.

zvg

Er stehe voll hinter dem Milizsystem, in dem Kläger und Beklagte durch geringen Aufwand eine rechtsgültige Lösung finden können. Für das Amt bringe er umfangreiche Erfahrungen in Kommunikation und Konfliktlösung mit. Ursprünglich als Servicetechniker in Grossunternehmen als auch als Kundenberater im Private Banking der Credit Suisse in Zürich und Abu Dhabi tätig, habe er gelernt, mit Menschen aus verschiedensten Industrien und Kulturen zu verhandeln, Lösungen zu finden und Entscheide zu treffen.

Zudem seien seine Kompetenzen durch zahlreiche Schulungen und Seminare gefördert worden. «Ich kann versichern, dass ich optimal auf das Amt als Friedensrichter vorbereitet bin.» Nicht richten, sondern den Frieden richten, Rechtssysteme unterstützen und kreative Konfliktlösung seien die drei Hauptpfeiler, die er für zielführend im Amt des Friedensrichters hält.

Er bringe ausserdem auch eine grosse zeitliche Flexibilität mit, weil er über längere Zeit ganztags zu Hause sei, sich aber auch während der Abwesenheiten in den Hotels ausgiebig dem Studium der jeweiligen Fälle widmen könne.