Kanti Baden
Kanti Baden: Was hinter der Bunga-Bunga Party steckt

Der Streit zwischen der Kanti Baden und dem SVP-Hardliner Andreas Glarner ufert aus. Inzwischen rufen die Schüler der betroffenen Kantonsschule zu einer «Bunga-Bunga-Party» auf. Lesen Sie hier, was hinter dieser Party steckt.

Corinne Rufli
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Aargauer Zeitung

«Das Gerede war unglaublich gross», sagte Hans Rudolf Stauffacher, Rektor der Kantonsschule Baden. Die Aussagen von SVP-Grossrat Andreas Glarner sind mittlerweile zu einem Running Gag geworden. Auf dem Schulareal werden einander augenzwinkernd «Linien» angeboten, die Frauen reden über ihre Preislisten und es kursieren Kleber mit dem Aufdruck «Sex, Drugs and Kanti Baden». Es wurde auch zu einer «Bunga Bunga Party mit Special Guest Andi G.» aufgerufen.

«Genau solche Aktionen sind ein Ausdruck dafür, dass die Kanti Baden eine gut funktionierende Schule ist mit cleveren Leuten, die so was gut absorbieren können», sagt Stauffacher. «Die Reaktionen der Schülerschaft sind kreativ, intelligent und witzig.» Kommt es dennoch zur angedrohten Klage gegen den SVP-Hardliner? «Nein, es gibt keinen Grund dazu», sagt der Rektor. «Glarner beschuldigt ja die ganze Schule, insbesondere die Schülerinnen und Schüler. Und klagen könnten nur Einzelpersonen.»

«Verleumdung und Ehrverletzung»

Unterstützt wird die Kantonsschule Baden von der Schulkommission. Es liegt ein offener Brief an Andreas Glarner vor. Sie bezeichnet die Vorwürfe von Glarner als «haltlos». «Hätten die Unterstellungen Hand und Fuss, hätte ein verantwortungsvoller Volksvertreter die ihm scheinbar zugetragenen Vorfälle den zuständigen Behörden melden müssen, um abzuklären, was daran wahr ist», steht im Brief. Andreas Glarner habe den Weg der «Verleumdung und auch Ehrverletzung gegen die Verantwortlichen gewählt, aber auch Schülerinnen und Schüler verletzt».

Obwohl Glarner stets «Anstand und Integration fordere.» «Diese Forderungen scheinen nicht für ihn zu gelten. Dabei sollten doch gerade Volksvertreter auch Vorbilder sein.» Zuletzt steht unmissverständlich: «Die Schulkommission verlangt von Andreas Glarner umgehend eine Entschuldigung bei den Betroffenen.»

Glarner wusste nicht, wo das Interview erscheint

Auf Nachfrage bei Andreas Glarner, ob er sich denn entschuldigen wolle, sagte er: «Ich habe noch keine Aufforderung bekommen, eine Entschuldigung zu schreiben. Ich überlege es mir dann, wenn sie auf meinem Pult liegt.» Er sagte, dass es ihm beim Interview mit der Kantizeitung «NAKT» nicht bewusst gewesen war, dass er mit seinen Aussagen den Ruf der Kanti Baden gefährde. «Ich wusste nicht einmal, wo dieses Interview erscheinen wird.»