Wettingen
Kanti darf internationalen Abschluss definitiv einführen

Nach dem Negativ-Entscheid zur Dreifachsporthalle gibt es für die Kanti Wettingen nun eine positive News: Die Schule darf einen internationalen Abschluss definitiv anbieten. Damit können Schüler einen Doppelabschluss in Englisch und Deutsch machen.

Pirmin Kramer
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«Hartnäckige Überzeugungsarbeit war nötig»: Rektor Kurt Wiedemeier in der Mediothek der Kanti Wettingen. Emanuel Freudiger

«Hartnäckige Überzeugungsarbeit war nötig»: Rektor Kurt Wiedemeier in der Mediothek der Kanti Wettingen. Emanuel Freudiger

Eine enttäuschende Nachricht haben die Verantwortlichen der Kanti Wettingen zu Beginn dieses Monats einstecken müssen: Das Projekt für eine neue Dreifachsporthalle muss überarbeitet werden, wie der Grosse Rat entschieden hat.

Im internen Newsletter der Schule, welcher der az vorliegt, ist nun aber von einer erfreulichen Nachricht die Rede: Der Regierungsrat hat entschieden, dass das International Baccalaureate-Diplom in Kombination mit der zweisprachigen Matura, in der Sachfächer auf Englisch unterrichtet werden, nun definitiv angeboten werden darf. Die erfolgreichen Absolventen erhalten zwei Zeugnisse, weswegen auch von einem sogenannten Doppelabschluss die Rede ist.

«Das International Baccalaureate richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler, die erwarten, im Studium mit der angelsächsischen Wissenschaftskultur konfrontiert zu werden oder an einer englischsprachigen Universität studieren wollen», sagt Rektor Kurt Wiedemeier. Seit dem Schuljahr 2009/10 wird das International Baccalaureate in Wettingen angeboten, allerdings nur als «Schulversuch».

Der Entscheid des Regierungsrates erlaubt der Kanti nun, fix jedes Jahr einer Abteilung pro Jahrgang den Doppelabschluss zu ermöglichen. Wiedemeier spricht von einem bedeutenden Entscheid, der stolz und zufrieden mache.

Hartnäckige Überzeugungsarbeit sei nötig gewesen, um den Regierungsrat vom Sinn dieses Lehrgangs zu überzeugen. Aufwand und Ertrag hätten für ihn und die Projektverantwortlichen zuerst nicht durchwegs in einem günstigen Verhältnis zueinandergestanden. Das Projekt sei deswegen vom Departement Bildung, Kultur und Sport gründlich geprüft worden.

Unsicherheit zu Beginn

Während der Testphase in den vergangenen fünf Jahren hätten sowohl Lehrpersonen als auch Schülerinnen und Schüler Lehrgeld bezahlen müssen, sagt Wiedemeier. «Alle mussten sich der Herausforderung einer neuen Bildungskultur stellen, demzufolge herrschte anfänglich noch ein wenig Unsicherheit.» Für einigen Wirbel bei Schülern habe zu Beginn auch gesorgt, dass die Klassen aufgesplittet und neu zusammengesetzt werden mussten, damit eine Abteilung im International Baccalaureate geführt werden konnte. Inzwischen seien aber die organisatorischen Mängel behoben worden.

Der Rektor dementiert, dass es sich beim «International Baccalaureate» um ein Prestigeprojekt handle. «Talentierten und motivierten Schülern bietet es die Möglichkeit, eine international anerkannte Matur zu absolvieren.» Auch die Neue Kantonsschule Aarau erhielt die Erlaubnis, einer Abteilung pro Jahr den Doppelabschluss zu ermöglichen.

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