Baden/Davos

Kantischüler mischen WEF-Elite auf

Auch in diesem Jahr fühlt die Kanti Baden den Puls des World Economic Forum in Davos – und lauscht einem nach Demokratie strebenden Ex-Boxer.

Es sind Tage, an denen sich über 2500 illustre Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft und Politik in Davos einfinden. Ihr Ziel: über den allgemeinen Zustand unseres globalisierten Planeten am World Economic Forum (WEF) zu debattieren. So sicher wie der rege Helikopterverkehr ist mittlerweile auch die Teilnahme der Kanti Baden am WEF. Bereits zum siebten Mal partizipieren wirtschaftsinteressierte Maturanden an den öffentlichen Diskussionen. Das Programm verspricht einiges: Witali Klitschko, Kofi Annan oder Simonetta Sommaruga. Das Konzert der Grossen eben.

Gilbert Probst, Managing Director des WEF, sorgt höchstpersönlich für eine gelungene Ouvertüre. Während rund 90 Minuten konfrontieren die Gymnasiasten jenen gesprächigen Mann mit diversen Fragen: Welchen Mehrwert generiert der Grossanlass und sind diese öffentlichen Dialoge für die Gastredner überhaupt relevant? Probst präsentiert sich erfahren im Umgang mit kritischen Fragen. Das WEF, das den örtlichen Hoteliers übrigens 40 bis 60 Prozent des jährlichen Umsatzes beschert, könne man durchaus als wichtigen Partnervermittler zwischen Organisationen und Unternehmern verstehen. Auch die Open-Foren werden unter den eingeladenen Rednern als immer wichtiger eingestuft. «Die Gastredner mögen die nichtalltägliche Situation, die auch kritische Fragen beinhalten kann.»

Klitschkos Kampfansage

Nach der Privataudienz mit Probst begab sich die Kanti-Delegation ans erste sogenannte Panel, das sich mit der Frage, ob die Demokratie am Ende sei, beschäftigte. Probst platziert unter anderem Kiews Bürgermeister Witali Klitschko und OECD-Generalsekretär Angel Gurria auf der Bühne. Während Gurria für die Toleranz gegenüber der Demokratie plädiert, zieht Klitschko mehrmals eines seiner drei Handys. Seine Gedanken sind in der Ukraine. Und darüber spricht er auch offenkundig. Die Frage, ob «sein» Land in fünf Jahren eine Demokratie sein wird, bejaht der ehemalige Boxer, ohne zu zögern. Einen Ukraine-Konflikt löst das WEF gewiss nicht, doch die Gesprächsrunde ist sich jedenfalls mit Winston Churchill einig: «Die Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen».

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