Remetschwil
Kanton sagt Nein zu einer Gehweg-Beleuchtung – doch ein Hoffnungsschimmer bleibt

Wer von Busslingen nach Oberrohrdorf gehen will, der legt die Strecke weiterhin im Dunkeln zurück: Der Kanton hat ein Baugesuch für eine Beleuchtung abgelehnt. Doch ein Lichtblick bleibt.

Carla Stampfli
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Auf diesem Streckenabschnitt mit dem «Aargauer Trottoir» fehlt eine Beleuchtung.

Auf diesem Streckenabschnitt mit dem «Aargauer Trottoir» fehlt eine Beleuchtung.

Carla Stampfli

Es ist ein Anliegen der Busslinger Bevölkerung: Die Rohrdorfer-/Busslingerstrasse, die von Busslingen nach Oberrohrdorf führt, soll mit einer Beleuchtung ausgestattet werden. Doch daraus wird nichts. Der Kanton hat nun ein entsprechendes Baugesuch abgelehnt, das der Gemeinderat letzten Sommer eingereicht hatte. Das teilt die Gemeinde in einer Mitteilung mit. Die kantonalen Behörden hätten sich gegen das Vorhaben ausgesprochen, weil durch eine Gehwegbeleuchtung die Lichtverschmutzung zunehmen und der Lebensraum der nachtaktiven Tiere gestört werden würde.

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«Wir sind enttäuscht», sagt Gemeindeschreiber Roland Mürset. Es könne nicht sein, dass die Vermeidung von Lichtverschmutzung und der Erhalt des Lebensraums nachtaktiver Tiere wichtiger sei als die Sicherheit von Fussgängern. Dabei habe die Elektra Busslingen doch ein Vorprojekt ausgearbeitet, bei dem die Fussgänger die Beleuchtung auf Knopfdruck hätten aktivieren können. «Doch auch das war dem Kanton nicht gut genug», sagt Mürset.

Roland Mürset, Gemeindeschreiber Remetschwil

Roland Mürset, Gemeindeschreiber Remetschwil

Desiree Jordi

Der Wunsch, dass die Rohrdorfer-/Busslingerstrasse beleuchtet wird, besteht schon seit Jahren. Denn die Strecke wird rege von Busslingern benutzt, die morgens in Oberrohrdorf in den Bus steigen und abends dort wieder aussteigen. «Den Weg müssen sie aber im Dunkeln zurücklegen», sagt Mürset. Hinzu komme, dass die Strasse nur mit einem Fussgängerstreifen, einem sogenannten «Aargauer Trottoir», ausgestattet sei. «Daher wäre eine Beleuchtung aus Sicherheitsgründen mehr als sinnvoll.»

37'000 Franken im Budget 2017

Für das besagte Gebiet auf der Rohrdorfer-/Busslingerstrasse wäre eigentlich die Gemeinde Oberrohrdorf zuständig. Doch weil der Gemeinderat Oberrohrdorf vor über einem Jahr entschieden hatte, kein Geld für eine solche Gehwegbeleuchtung bereitzustellen, hat die Gemeinde Remetschwil das Projekt kurzerhand in die Hand genommen: Sie stellte im Budget 2017 einen Betrag in Höhe von 37'000 Franken für die Realisierung einer Gehwegbeleuchtung ein. Dieses Geld wird nun nicht ausgegeben werden.

Auf eine Beschwerde verzichtet die Gemeinde Remetschwil. «Für den Kanton sind die Fakten klar. Wir glauben nicht, dass wir damit den Entscheid rückgängig machen könnten», sagt Roland Mürset. Trotz allem gibt es einen Lichtblick für die Busslinger Bevölkerung: Der Kanton teilte der Gemeinde mit, dass man allenfalls im Zuge der anstehenden Sanierung des Kantonsstrassenabschnittes prüfe, ob ein separater Gehweg realisiert werden könnte.