Vergleich

Kantonsspital-Parkhaus ist in Baden nun eines der teuersten

Kantonsspital Baden: Eine Frau zahlt Parkgebühren, die seit kurzem markant höher sind.

Kantonsspital Baden: Eine Frau zahlt Parkgebühren, die seit kurzem markant höher sind.

Das Parkieren im Kantonsspital Baden ist viermal so teuer als zuvor. Leser reagieren verärgert. Mehrere können die Begründung für die Erhöhung nicht nachvollziehen.

Die Erhöhung der Parkgebühren beim Kantonsspital Baden (KSB) auf zwei Franken pro Stunde sorgen bei einigen Lesern für Empörung. «Ich begleite meine Freundin alle zwei Wochen zur Chemotherapie und jede Woche zur Kontrolle. Das KSB betreibt reine Abzocke – eine Frechheit», schreibt etwa eine Leserin. In derselben Art reagiert auch ein Leser mit dem Online-Kommentar: «Das ganze Gesundheitswesen zockt ab.»

Wie der Mediensprecher des Kantonsspitals Marco Bellafiore gestern erklärte, habe die Erhöhung der Parkgebühr zwei Gründe: Man wolle den öffentlichen Verkehr nicht mit zu tiefen Preisen konkurrenzieren und man wolle die Gebühr den marktüblichen Preisen anpassen. «Wir haben während Jahren mit Abstand die billigsten Parkplätze in der Region angeboten.»

Vergleicht man die neue Gebühr von zwei Franken für die erste volle Stunde mit den anderen 15 Parkhäusern in Baden, zeigt sich: Das Kantonsspital liegt mit dem neuen Preis an der oberen Grenze dessen, was privat betriebene Parkhäuser in Baden verlangen (siehe Grafik). Diejenigen, die die Stadt Baden betreibt, kosten höchstens 1.50 Franken für die erste Stunde.

Zwei Franken für die erste Stunde verlangen nur die sehr zentral gelegenen Parkhäuser im Gstühl Center und unter dem Theaterplatz sowie dasjenige beim Casino. Bereits leicht vom Zentrum abgelegene Parkhäuser wie Linde oder Trafo verlangen nur einen Franken für die erste Parkstunde. «Marktüblich?», regt sich entsprechend ein Leser auf. «Habe ich eine Auswahl an Anbietern? Das ist doch eher ein Monopol und so sind auch die Preise.»

KSB zu weit weg, Bus zu teuer

Auch das Argument des KSB, man wolle den Besuchern den öffentlichen Verkehr schmackhaft machen, kommt bei vielen Lesern nicht an: Das Kantonsspital liege zu weit vom Zentrum entfernt und der Bus dorthin sei zu teuer. «Wenn ich nach der Arbeit einen Patienten kurz besuchen will, dann will ich nicht zwei Stunden hin und zwei Stunden zurück mit dem öV, der dann eh noch teurer kommt als das Auto», schreibt ein Leser.

In einem Brief an die Redaktion schreibt der Würenloser Hans Weber: «Aus Wettingen/Würenlos ist der Bus keine Alternative, da immer über den Bahnhof Baden gefahren werden muss, ausser zur Hauptpendlerzeit. Das KSB liegt eben nicht im Zentrum, deshalb sind auch diese Tarife nicht gerechtfertigt.»

Dem entgegnet der in Dättwil wohnhafte Alt-Einwohnerrat Hans Hauri in seinem Online-Kommentar. Gemäss ihm könnten die Busse häufiger fahren, wenn sie öfters benützt und so genügend ausgelastet seien. «Die abgas- und lärmgeplagten Anwohner in Dättwil sind dem KSB dankbar, dass die Parkgebühren auf das Niveau eines Busbilletts angehoben wurden», schreibt er. Damit würden «wenigstens die Umweltbewussten» nicht noch einen Aufpreis «für ihr mitmenschen- und enkelfreundliches Verhalten bezahlen».

Hans Weber aus Würenlos kann dieser Argumentation wohl wenig abgewinnen: «Ich habe mich vor vier Monaten für ein Fitnesstraining im KSB entschieden und habe ein Jahresabo gekauft. Dabei hatte ich die Parkgebühren berücksichtigt. Eine Verdoppelung hätte ich akzeptiert, aber einen Aufschlag von 300 Prozent finde ich happig.»

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