Über zwei Jahre blieb es ruhig um das Bauvorhaben im Badener Quartier Kappelerhof. Nun kommt wieder Schwung ins Projekt: Der Gestaltungsplan «Im Ifang» lag bis Anfang Woche zur zweiten Mitwirkung öffentlich auf.

Dabei handelt es sich um das Gebiet zwischen Brugger- und Stockmattstrasse, an dem die Aarinvest AG / Cityland CLA AG, die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft Lägern sowie eine Erbengemeinschaft als Eigentümer beteiligt sind.

Der Gestaltungsplan «Im Ifang» wurde in den letzten Jahren überarbeitet und um vier Parzellen einer Erbengemeinschaft mit den Wohnhäusern (E–H) erweitert. Die Gesamtfläche ist nun doppelt so gross. screenshot/MTA

Gestaltungsplan im Kappelerhof

Der Gestaltungsplan «Im Ifang» wurde in den letzten Jahren überarbeitet und um vier Parzellen einer Erbengemeinschaft mit den Wohnhäusern (E–H) erweitert. Die Gesamtfläche ist nun doppelt so gross. screenshot/MTA

Das Areal soll wie folgt neu überbaut werden (siehe Bild oben): An der Bruggerstrasse ist ein Längsbau vorgesehen (A) und eine dazu senkrecht angeordnete Liegenschaft (B). In diesen beiden Gebäuden sind neben Wohnungen auch publikumsorientierte Nutzungen wie etwa Läden und Räume für Kinderbetreuung vorgesehen. Die übrigen Mehrfamilienhäuser (C bis H) sind als reine Wohnungsbauten geplant.

«Sinnvolle Innenentwicklung»

Weshalb blieb es um das Projekt lange still? «Seit der ersten Mitwirkung im Herbst 2014 wurde der Gestaltungsplan überarbeitet und dabei der Perimeter um 5244 Quadratmeter auf 10'559 erweitert», sagt Hugo Aerni, Projektleiter bei der Abteilung Planung und Bau der Stadt Baden.

Es handelt sich um vier Parzellen der oben erwähnten Erbengemeinschaft, auf denen sich vier Mehrfamilienhäuser aus den 1960er-Jahren befinden. Dass diese neu integriert wurden, schafft der Erbengemeinschaft bei künftigen Umbauten und Sanierungen Rechtssicherheit sowie mehr Spielraum und Flexibilität. «Der überarbeitete Gestaltungsplan geht zum einen auf die verschiedenen Eingaben aus der ersten Mitwirkung ein. Zum anderen ist er auch im Sinne der Stadt, die nach einer sinnvollen und zweckmässigen Innenentwicklung strebt», sagt Aerni.

Dass das Projekt nach über zwei Jahren neuen Schwung erfährt, freut den Quartierverein Kappelerhof. «So wie die Überbauung daherkommt mit den vorgesehenen Läden und den Gebäuden, wird sie sich gut ins Zentrum einfügen», sagt Präsidentin Cornelia Haller.

Doch: Das Baukonsortium müsse mit den angrenzenden Anwohnern dringend an einen Tisch sitzen: «Ihre Anliegen aus dem ersten Mitwirkungsverfahren sind nicht miteinbezogen worden.» Es gebe offene Fragen zum Gestaltungsplan, zur Sondernutzung und zu den Richtlinien, auch hätten sie das Gefühl, man binde sie bei der Planung nicht ein. «Es wäre wünschenswert, man würde die Anliegen der Anwohner berücksichtigen», sagt Haller.

Das wird nun geschehen: Die Interessengruppe REFH Siedlung «Im Ifang», die sich aus mehreren Anwohnern zusammensetzt und bereits 2014 eine Mitwirkungseingabe machte, hat nun eine zweite eingereicht, wie Hugo Aerni sagt. «Wir werden nun an einen Tisch sitzen, die Mitwirkung prüfen und entscheiden, wieweit diese in der weiteren Planung berücksichtigt werden kann.»

Untersucht wird auch die Eingabe des WWF Aargau, der die Ausdolung des Stockmattgraben-Bachs im Bereich des brachliegenden Grundstücks an der Bruggerstrasse 155 fordert.

Bangen um einzigen Quartierladen

Der Gestaltungsplan sorgte bereits 2014, als die Entwürfe aufgelegt wurden, für Aufsehen im Kappelerhof: Die Sorge war gross, dass mit dem Bauvorhaben auch der Denner – der einzige Quartierladen – verschwinden würde, zumal das Gebäude abgerissen werden soll.

André Keller, Vertreter der Aarinvest AG / Cityland CLA AG, die den Längsbau plant, versicherte damals mehrmals, dass das Interesse, den Laden in den neuen Räumen weiterzuführen, gross sei. Heute bestätigt Keller auf Anfrage: Es habe sich an der Absicht, «die Weiterführung des Verkaufsladens mit der Denner AG aufrechtzuerhalten, nichts geändert».

Dass es mit dem Bauvorhaben weitergeht, freut auch Christoph Bernet, Geschäftsleiter der Gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgenossenschaft Lägern und Eigentümerin der Liegenschaften B, C1 und C2.

Zwar wurde bei der Überarbeitung des Gestaltungsplans das südlich liegende Wohngebäude wieder in zwei Baukörper aufgeteilt, doch «damit es vorwärtsgeht, muss man Kompromisse machen», sagt Bernet. In den drei geplanten Wohngebäuden wird ein Wohnmix angestrebt. «Der Standort eignet sich mit der Nähe zur Stadt Baden sowohl für Junge als auch für Senioren gut.»

Die verschiedenen Vorhaben sollen etappenweise realisiert werden. Zuerst wird der Längsbau mit dem Denner gebaut, danach die drei genossenschaftlichen Gebäude. Die vier Mehrfamilienhäuser der Erbengemeinschaft, die 2000/2001 letztmals saniert wurden, würden sich in einem guten Zustand präsentieren, sagt Vertreter Alexander Rey. «Bis 2030 sind keine weiteren umfassenden Sanierungen vorgesehen.»

Ob dannzumal eine Neuüberbauung Sinn mache, liesse sich heute nicht abschätzen – aber aufgrund des Gestaltungsplans wäre eine solche zweckmässig und möglich.