Der mehrfach ausgezeichnete Karikaturist Silvan Wegmann ist unter die Schnapsbrenner gegangen. Oder besser gesagt: Er hat die Etikette des neuen Kirschs «Brenzer hoch 4», entwickelt. Der Cuveé ist ein Produkt der vier Brennereien Humbel (Stetten), Dettling (Brunnen), Röllin (Baar) und Heiner (Zug). Vor kurzem wurde der neue Brenzer-Kirsch mit Etikette dem Publikum in Zürich vorgestellt.

Die Etikette zeigt die vier Brenzer-Chefs Lorenz Humbel, Ernst Beeler (Brennerei Dettling), Hermann Röllin und Thomas Heiner als Karikaturen, sprich, als «Chriesi»-Köpfe. «Wein-Etiketten habe ich bereits mehrere gestalten dürfen, nicht aber Kirsch-Etiketten», so Silvan Wegmann. Die Schwierigkeit habe darin bestanden, dass der Platz auf der Etikette eines Destillats beschränkt sei. «Damit die vier Kirschbrenner leicht erkennbar sind, habe ich mich entschieden, die Karikatur einfach und zurückhaltend zu gestalten.»

Lorenz Humbel ist erfreut über das Werk des Badener Karikaturisten: «Wir haben ihm freie Hand gelassen bei der Entwicklung. Die Etikette ist für einen Kirsch sehr speziell.» Das sei genau das, was man mit der Zusammenarbeit mit Silvan Wegmann bezwecken wollte. «Sie passt zum ‹Brenzer hoch 4›, an dem wir seit längerer Zeit arbeiten, aber mit dessen Geschmack wir erst jetzt zufrieden sind», sagt Humbel. Die beiden kennen sich von der Badenfahrt: Das Stetter Familienunternehmen stellte seinen Brennerschopf als Festbeiz für den Sportverein «Vom Stein Baden», bei dem Wegmann Mitglied ist, zur Verfügung.

«Schweizer Kirschbrand ist bedroht»

Mit dem Brenzer-Kirsch wollen sich die vier Brennereien Humbel, Dettling, Röllin und Heiner für das Schweizer Kulturgut einsetzen. «Seit der Liberalisierung des Marktes 1999 und der darauffolgenden Einfuhr von billigen Brennkirschen aus dem Ausland ist der klassische Schweizer Kirschbrand bedroht», sagt Humbel. So sei aufgrund des Preiszerfalls bei den heimischen Brennkirschen in den letzten Jahren bereits die Hälfte der Kirsch-Hochstämmer der Motorsäge zum Opfer gefallen. Um dem entgegenzuwirken, hätten sich die vier Brennereien zusammengetan und 2008 den Verein «Schweizer Brenzer Kirsch» gegründet – wobei «Brenzer» ein Mundartausdruck für die typischen kleinen schwarzen Brennkirschen ist, die an heimischen Hochstammbäumen reifen. «Wir freuen uns auf die Marktlancierung», sagt Lorenz Humbel.

Der Brenzer-Kirsch ist unter anderem im Delikatessenladen «Paradeis» an der Weiten Gasse in Baden erhältlich.