Rücktritt
Karin Funk tritt als Gemeinderätin von Würenlos zurück

Aus beruflichen und familiären Gründen hat die FDP-Gemeinderätin Karin Funk ihren Rücktritt aus dem Würenloser Gemeinderat eingereicht.

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Karin Funk (FDP) tritt aus dem Gemeinderat Würenlos zurück.

Karin Funk (FDP) tritt aus dem Gemeinderat Würenlos zurück.

az/Archiv

Die FDP Würenlos muss auf den nächsten Sommer einen Ersatz für ihre Gemeinderätin Karin Funk suchen. Gestern Morgen teilte die Partei schriftlich mit, dass die 51-Jährige «aus beruflichen und familiären Gründen» auf Ende Juni 2015 ihren Rücktritt eingereicht habe.

Auf Nachfrage der az präzisiert die Gemeinderätin und Finanzvorsteherin: «Der Entscheid ist mir nicht leicht gefallen. Ich habe wirklich versucht, Beruf und Gemeinderatsmandat unter einen Hut zu bringen und alles zu koordinieren.» Vergeblich: Sie habe für sich feststellen müssen, dass es einfach nicht ging. «Ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich beruflich die Weichen nochmals neu stellen kann», so Funk.

Könnte es nicht auch sein, dass ganz andere Gründe den Ausschlag für den Rücktritt gegeben haben? Gründe, die rund eineinhalb Jahre zurückliegen? Damals entschied sich Funk – entgegen früherer Absichtserklärungen und portiert von der FDP – bei den Gesamterneuerungswahlen für das Amt des Gemeindeammanns zu kandidieren.

In der Folge sah sich der amtierende FDP-Gemeindeammann Hans Ulrich Reber veranlasst, aus der Partei auszutreten und sich als Parteiloser der Wiederwahl zu stellen. Nachdem Funk im 1. Wahlgang das schlechteste Resultat erzielte, begrub sie ihre Ammann-Ambitionen und überliess das Amt kampflos dem nun parteilosen Reber.

Nicht wenige Würenloser fragten sich nach diesem emotionalen Wahlkampf: Findet die Exekutive wieder zusammen? «Ich kann versichern, dass mein Rücktritt einzig und allein aus beruflichen und familiären Gründen erfolgt», so Funk.

Die Zusammenarbeit im Gemeinderat habe unter dem Wahlkampf nicht gelitten. Funk: «Wir haben gut zusammengearbeitet; menschlich gab es keine Probleme.»

«Milizsystem stösst an Grenzen»

In der Medienmitteilung bedauert die FDP den Entscheid von Karin Funk. Parteipräsident Consuelo Senn hält fest: «Klar, ich habe keine Luftsprünge gemacht, als ich vom Rücktritt erfahren habe.» Doch nachdem er sich intensiv mit Funk unterhalten habe, «kann ich ihren Entscheid nachvollziehen.» Für ihn seien der Rücktritt beziehungsweise die Gründe für diesen auch Ausdruck dafür, dass das Milizsystem langsam an seine Grenzen stosse. «Es wird immer schwieriger, Beruf und Exekutivamt unter einen Hut zu bringen.»

Die FDP werde sich nun auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger machen. «Zuerst schauen wir natürlich mal in den eigenen Reihen.» Doch für den FDP-Präsidenten muss die Nachfolgerin oder der Nachfolger nicht zwingend seiner Partei angehören. «Wir schauen sicher auch über den Tellerrand hinaus. Es kann auch eine Person sein, die in unserem Sinn politisiert und agiert», so Senn.

Die anderen Ortsparteien halten sich noch bedeckt. SVP-Präsident Thomas Zollinger: «Ob die SVP mit einem eigenen Kandidaten antritt, steht noch nicht fest.» Ohnehin spiele für ihn das Parteibüchlein nur eine sekundäre Rolle.

«Entscheidend sind die Köpfe», so Zollinger. CVP-Präsident Siegfried Zihlmann hält fest: «Wir haben viele geeignete Kandidaten; unser Ziel ist es, im Frühling mit einem eigenen Kandidaten anzutreten.» Und SP-Präsident Luca Hoessly sagt: «Wir werden das jetzt intern besprechen und dann entscheiden, ob wir mit einen Kandidaten aufstellen.»