Wettingen
Kein betreutes Wohnen am Zentrumsplatz 2

Am Zentrumsplatz sollen Alters-, nicht aber Pflegewohnungen angeboten werden. So steht es im Zwischenbericht des Gemeinderates.

Martin Rupf
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Die Tage des Werkhofes des Elektrizitäts- und Wasserwerkes Wettingen (EWW) sind gezählt. Nach dem deutlichen Ja der Wettinger Stimmbürger letzten Sonntag zu einem neuen Werkhof- und Verwaltungsgebäude des EWW im Fohrhölzli ist der Weg für die zweite Etappe der Zentrumsplatzüberbauung frei. «Anfang 2013 ist das Gebäude im Fohrhölzli voraussichtlich bezugsbereit», sagt EWW-Geschäftsleiter Peter Wiederkehr.

Was genau hinter dem Zentrumsplatz gebaut wird, steht noch nicht fest. Angedacht sind eine Verlängerung des roten Gebäudes und zwei neue Gebäudekomplexe anstelle des jetzigen Werkhof-Gebäudes.

Gemeinderat strebt einen Mix an

In seinem Zwischenbericht gibt der Gemeinderat nun schon einmal in groben Zügen vor, wie sich die
2. Etappe der Überbauung Zentrumsplatz gestalten könnte. Im gleichen Zug hat er auch ein Postulat der beiden SP-Einwohnerrätinnen Cornelia Arnold und Christine Meier Rey beantwortet. In diesem hatten die Postulantinnen den Gemeinderat aufgefordert, bei der Planung der 2. Etappe auf den Bau von hindernisfreien Alterswohnungen mit betreutem Wohnen hinzuwirken.

Der Gemeinderat ist nach Rücksprache mit der Sozialabteilung zum Schluss gekommen, dass am Zentrumsplatz hindernisfreie Alterswohnungen angeboten werden sollen. «Die Menschen bleiben heute länger aktiv und wollen ihre Unabhängigkeit in der eigenen Wohnung möglichst lange behalten», sagt Gemeinderätin und Vorsteherin Soziales Yvonne Feri.

Betreutes Wohnen und Pflegewohnungen sollen aber an diesem best gelegenem Ort keine angeboten werden. Ein solches Angebot würde eine Infrastruktur verlangen, die in dieser Überbauung nicht geplant sei.

Der Gemeinderat strebe einen Mix von altersgerechtem Wohnen, normalen Wohnungen, Dienstleistungen wie etwa Arztpraxen an. «Ältere Menschen, die noch mobil sind, leben gerne im Zentrum», so Feri. Seien sie hingegen pflegebedürftig, machten zentrale Pflegewohnungen aus Sicht des Gemeinderates wenig Sinn. Feri: «Der Gemeinderat hat sich ganz genau überlegt, wo Alterswohnungen erstellt und wo Pflegewohnungen erstellt werden sollen.» So sind etwa im Raum Langäcker Sulperg betreutes Wohnen oder Pflegewohnungen vorgesehen.

Gesucht: Best bietender Käufer

Weiter sei nicht vorgesehen, dass die Gemeinde als Bauherrin der 2. Bauetappe auftrete. Vielmehr werde die Gemeinde das Grundstück an einen best bietenden Investor verkaufen, dabei aber die Nachhaltigkeit berücksichtigen. Für die Beurteilung des Projektes soll zudem die Ortsbildkommission eingesetzt werden.

Der Einwohnerrat nimmt den Zwischenbericht und die Antwort des Gemeinderates grundsätzlich positiv auf. Es gibt aber auch kritische Stimmen. Patrick Bürgi (CVP): «Dass keine Pflegewohnungen geplant sind, macht Sinn. Hingegen erachtet die CVP das Bekenntnis für hindernisfreie Alterswohnungen als zu klein.» Nachhaltig sei das Projekt erst dann, wenn es insbesondere für ältere Bewohner attraktiv sei.

Roland Klasen (SP) ergänzt: «Beim Zentrumsplatz 1 stand der Profit übermässig im Vordergrund. Ich hoffe, bei der Planung der 2. Etappe wird das besser gemacht.»

Marie-Louise Reinert (EVP) fügt hinzu: «Es leuchtet mir nicht ein, weshalb am Zentrumsplatz 2 nicht auch Pflegewohnungen möglich sein sollen.» Wer dort investieren dürfe, habe automatisch eine hohe Wertschöpfung. «Wieso müssen wir die Bedingungen trotzdem so tief halten?», fragt sich Reinert.

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