Vor rund fünf Monaten ist Francisco Alvaro Mangandi mit seiner Frau und den beiden Kindern von El Salvador in die Schweiz geflüchtet. In ihrem Heimatland waren sie von der gefürchteten Gang Mara Salvatrucha mit ihrem Tod bedroht worden.

«Zwei Bandenmitglieder haben mich besucht und 5000 Dollar von mir verlangt», erzählt Mangandi gegenüber «Tele M1». In der Schweiz stellte die vierköpfige Familie einen Antrag auf Asyl. In Untersiggenthal fand sie ein neues Zuhause. Dieses sollen sie jedoch bereits in fünf Tagen wieder verlassen. Das Bundesverwaltungsgericht hat das Asylgesuch abgelehnt.

Als Grund gibt das Gericht an, die Schilderungen zu den vorgebrachten Vorfällen seien «zu wenig konkret und detailliert dargelegt worden, als dass sie den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit standhalten dürften». Zudem hätten «die Beschwerdeführenden die Ausreise bereits vor und unabhängig von den geltend gemachten Problemen und somit aus anderen als den angegebenen Gründen geplant – zumal die Pässe bereits anfangs Dezember ausgestellt wurden».

Dokumente kamen zu spät an

Mit einem Tötungsdelikt pro tausend Einwohner gilt El Salvador als Land mit der höchsten Mordrate der Welt. Brisant: Polizeiliche Ermittlungsakten zur Erpressung waren beim Asylverfahren nicht berücksichtigt worden, weil sie zu spät ankamen. Wegen eines Schreibfehlers landeten diese erst in Swasiland.

Paul Widmer, sozialdiakonischer Angestellter GfC Brugg, setzt sich für die Familie ein. Er fordert, dass der Fall kostenlos noch einmal überprüft wird. «Man wollte nur bei Bezahlung auf einen Rekurs eingehen», sagt er gegenüber dem Regionalsender. «Man hat ihnen praktisch keine Chance für ein faires Asylverfahren gegeben.» 

Mit den Dokumenten will die Familie nun einen neuen Asylantrag stellen. Nach El Salvador zurückkehren, kommt für die Familie nicht in Frage: «Das Risiko, dem meine Kinder ausgesetzt wären, ist zu hoch», sagt Vater Francisco.