62 Prozent der Arbeitszeit sind bei der Stadtpolizei uniformierte Präsenz in Baden und in den Vertragsgemeinden Birmenstorf, Ehrendingen, Ennetbaden, Freienwil und Obersiggenthal. Das besagt die Statistik von Kommandant Martin Zulauf. Bei insgesamt 35 Polizisten und Polizistinnen sind das 35553 Stunden im Jahr.

Reto Schmid, Ressortvorsteher, sagt stolz: «Kein Korps im Kanton hat eine so hohe uniformierte Präsenzzeit wie wir.» Doch das sei auch der Wille des Stadtrates: «Wir wollen den Level hochhalten, denn Umfragen wie Rückmeldungen sagen deutlich, dass die Bevölkerung sich sicherer fühle. Die hohe Präsenz ergibt sich auch durch den 24-Stunden-Betrieb.

Weniger Vorfälle in der Stadt

Die Anzahl der Vorfälle sei im 2011 leicht zurückgegangen, sagt Schmid. Deutlich ist es bei Fällen häuslicher Gewalt (2011: 44; 2010: 67), bei denen gemäss Vereinbarung mit der Kantonspolizei im Rayon Baden die Stadtpolizei auszurücken hat. Es gab auch weniger Verhaftungen (173/180), und es wurden weniger Anzeigen erstattet (329/350).

Allerdings musste die Stadtpolizei vermehrt wegen Streit und Drohungen ausrücken, und das laut Zulauf an den Wochenenden und in der Badener Innenstadt (299/204). Im öffentlichen Raum erhält die Stadtpolizei während der Sommerzeit Support von privaten Bewachungsfirmen. Obersiggenthal hat vorwiegend an Wochenenden Sicherheitsleute am Kappisee engagiert sowie bei den Schulanlagen, in Baden sind sie auf dem Schloss Stein präsent, zwischen Nordportal und «Kiste» (ehemals Ventil), in Ennetbaden am Limmatsteg. Unter der Woche ist es hingegen allgemein eher ruhig, auch abends.

Wenn die Stadtpolizei aufgeboten werde, stelle sie fest, dass vorwiegend übermässiger Alkoholkonsum die Ursache sei, insbesondere wenn Jugendliche oder junge Leute beteiligt seien. «Der Stadtrat diskutiert derzeit, ob und welche Massnahmen man im Kampf gegen Alkohol treffen kann», so Schmid. «Uns sind die Hände weitgehend gebunden», sagt Zulauf. Spreche die Polizei jeweils bei Eltern alkoholisierter Jugendlicher vor, würde sie oft unwirsch begrüsst oder gar mit Vorwürfen bedacht. Gemäss dem «Basler Urteil» dürfen Behörden in Gastlokalen und Geschäften keine verdeckten Testkäufe mit Minderjährigen mehr durchführen.

Die Räume werden knapp

Als nächstes Grossereignis steht das Stadtfest im kommenden August an. Zulauf gibt sich ruhig und optimistisch: «Die Badenfahrten haben gezeigt, dass die soziale Kontrolle funktioniert. Wir haben kaum mehr Zwischenfälle wie sonst.»

Mehr Sorgen macht man sich über den Standort des Postens. «Es ist hier viel zu eng für 35 Leute», sagt Schmid deutlich. Pläne für einen andern Standort, so unter anderem im geplanten Südhaus, seien vorhanden. Doch bis zur Realisierung würde es wohl noch länger dauern. Die Dringlichkeit hängt davon ab, ob und zu welchem Zeitpunkt die Stadtpolizei in weiteren Gemeinden die polizeiliche Hoheit übernehmen wird. «Es finden wiederholt Gespräche statt», erklärt Schmid – ohne sich näher äussern zu wollen. Bekannt ist, dass bei der Regionalpolizei LAR (Limmat Aare Reuss) schon über eine solche Lösung nachgedacht wurde. Mehr Bauchweh macht Schmid jedoch das Jahr 2014, wenn Kommandant Zulauf pensioniert wird.