Baden

Kein Lämpchen ist wie das andere: Weihnachtslicht lässt Baden erleuchten

Jede der rund 10'000 LED-Leuchten der Badener Weihnachtsbeleuchtung ist handgefärbt. Aber nicht nur das erklärt die Stadtführerin an einem Rundgang. Sie erzählt beispielsweise auch, wie das 1,8 Kilometer lange Lichtkunstwerk entstanden ist.

Mit 250 Girlanden und rund 10 000 LED-Leuchten verbreitet das Lichtkunstwerk in der Badener Altstadt sein magisches Farbenspiel. Aber wer hätte gewusst, dass keine Girlande der anderen gleicht und jede der kleinen Birnen handgefärbt ist?

An der Spezialführung «Das Weihnachtslicht» von Info Baden erklärt Stadtführerin Ursula Dietrich, wie das spektakuläre, 1,8 Kilometer lange Kunstwerk entstanden ist.

Die Beleuchtung erstrahlte erstmals im Advent 2007 und kleidet seither die Gassen und Plätze in prachtvolles Licht. 2014 wurde es anlässlich eines Publikum- und Experten-Votings von Radio SRF1 zur schönsten Weihnachtsbeleuchtung der Schweiz gewählt.

Jede Birne hat ihren festen Platz

Der Weg führt unter einem Meer aus funkelnden Sternen auf dem Bahnhofplatz hindurch. Dann gehts mit dem Lift in die Unterstadt. Plötzlich wird es still. Mit der Stadtführerin Ursula Dietrich tauchen die Besucher in eine andere Welt ein, wandeln durch verschiedene Gassen, die alle ein individuelles Lichtkonzept haben.

Nahe zur Limmat dominiert Blau als Reminiszenz an das fliessende Wasser. In der Kronengasse kommen wärmere Farben zum Zug.

Die Rathausgasse in der Oberstadt erstrahlt in den Farben des Badener Wappens: in Rot und Weiss, der dunkle Nachthimmel liefert das Schwarz dazu. Die Mittlere Gasse, wo früher viele der zahlreichen Badener Goldschmiede ansässig waren, funkelt gülden.

Jede Girlande und jede Fassung hat ihren festen Platz, die Abstände sind genau ausgemessen. Alles aufzuhängen bedeutet für die Mitarbeiter der Regionalwerke eine gewaltige Herausforderung. Dazu kommen die 19 Riesenengel – auch sie alles Unikate – von Karikaturist Silvan Wegmann.

Sie wurden speziell dafür kreiert, dass auch tagsüber etwas weihnächtliche Stimmung in der Stadt herrscht. Für das Gesicht nahm sich der Zeichner seine Tochter zum Modell. Warum die geflügelten Wesen erst «abspecken» mussten, bevor sie installiert wurden, erfahren die Teilnehmenden im Verlaufe der eine Stunde und 30 Minuten dauernden Führung.

Viel Herzblut und Badener Geist

25 Jahre lang brannte die alte Weihnachtsbeleuchtung – und die Badener Bevölkerung spottete über die «Gloschli», die wie Grossmutterunterröcke aussahen.

Nach langer Suche fiel die Wahl des damals verantwortlichen Ingenieurs Peter Abächerli von den hiesigen Regionalwerken auf den Zürcher Architekten Willi Walter und seine Partnerin Charlotte Schmid, welche das 1 Millionen Franken teure Lichtkunstwerk Baden gestalteten.

145 Bewilligungen wurden bei Hausbesitzern eingeholt, um Hängungen und Kabel an Häuserwänden und auf Dächern zu befestigen. Verankerungen an Gebäuden wie dem Stadtturm oder dem Bahnhof mussten einerseits denkmalschützerischen Ansprüchen gerecht werden und gleichzeitig enormen Zugkräften von bis zu 4,1 Tonnen standhalten.

Es brauchte technisch ausgefeilte Lösungen und vor allem sehr viel Herzblut und Badener Gemeinschaftsgeist, damit die weihnachtliche Lichterwelt in der Limmatstadt zum Erstrahlen kam und notabene in gerade mal zehn Monaten realisiert wurde.

Das Finale der Stadtführung «Das Weihnachtslicht» findet unter der mit über 2000 Lämpchen besetzten Kugel auf dem Schlossbergplatz statt. Und so mancher sieht nach dem Rundgang Baden bildlich und wörtlich in einem völlig anderen Licht.

Führungen «Das Weihnachtslicht»

Sonntag, 13. und 20. Dezember, 17 Uhr; Führungen können auch privat gebucht werden. Info Baden, Tel. 056 200 87 87 oder www.baden.ch/stadtfuehrungen.ch

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