Baden
Kein Stadtrundgang, sondern eine Stadt-Rundfahrt mit Segways

Die besuchswürdigen Objekte liegen bei einer Stadtführung oft weit von einander entfernt, so etwa bei der neuen Führung «Badener Brücken». Stadtführerin Silvia Hochstrasser setzt deshalb neu auf Segways.

Florian Zimmermann
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Ein ausgiebiges Fahrtraining mit Bremstests bilden den Start der Führung
10 Bilder
In der Limmat Hochbrücke folgt ein kurzer Aufsteig zu Fuss
Die ersten Fahrmeter werden von Beat Meier genau beobachtet
Die Gruppe auf dem Weg unter die Limmat Hochbrücke
Die Hochplattform in der Limmat Hochbrücke verlangt Schwindelfreiheit
Der n+ñchste Zwischenhalt folgt unter der Limmat Hochbrücke
Der Blick nach unten in der Limmat Hochbrücke ist nichts für schwache Nerven
Bei einem Zwischenhalt werden die Segways parkiert
Angeführt von Silvia Hochstrasser gleitet die Gruppe über den Limmatsteg
Kein Stadtrundgang, sondern eine Stadtrundfahrt mit Segways

Ein ausgiebiges Fahrtraining mit Bremstests bilden den Start der Führung

Aargauer Zeitung

«Häufig sind die besuchswürdigen Objekte zu einem Führungsthema zu weit voneinander entfernt, um in einer Führung besichtigt werden zu können», sagt die Stadtführerin Silvia Hochstrasser. Sie und ihre Kollegen haben während Stadtführungen einen engen Zeitplan. Wenn die Gruppe zu lange bei einem Objekt verweilt, muss sie beinahe zur nächsten Station hetzen. Bei der neuen Führung «Badener Brücken» scheint Hochstrasser aber keineswegs von der Zeit getrieben zu sein.

Sie geht auf viele Details ein und wagt es, mehrmals abzuschweifen, obwohl die besuchswürdigen Brücken bis zu drei Kilometer voneinander entfernt liegen. Grund dafür sind die «Segway Personal Transporter», kurz «Segways», die eine schnelle Verschiebung der ganzen Gruppe vom einen zum nächsten Standort erlauben. Nach einem Fahrtraining inklusive Bremstests mit Beat Meier, selber Stadtführer und Inhaber der Segway-Firma Permo, fühlt sich der Teilnehmer auf dem einachsigen Fahrzeug mit zwei Rädern gut aufgehoben.

Eine leichte Gewichtsverlagerung nach vorne und der «Segway» beschleunigt bis zu 20 km/h. Die Spaziergänger an der Promenade staunen nicht schlecht, als die sechsköpfige Gruppe zusammen mit Hochstrasser und Meier im Schritttempo vorbeigleitet. Vom Mercier-Steg im Bäderquartier erreicht sie innert weniger Minuten die Holzbrücke, die bis zum Jahr 1766 den einzigen Übergang der Limmat zwischen Zürich und dem Wasserschloss darstellte. Danach gehts weiter zur Eisenbahnbrücke, wo sich beim Aufstieg von der Aue zum Gottesgrabenweg die erstaunliche Kraft der Einachser feststellen lässt. Die Eisenbahnbrücke wurde im Jahr 1877 im Auftrag der schweizerischen Nationalbahn fertiggestellt.

Auf der Weiterfahrt über die Winkelriedstrasse und Zentralstrasse können die elektrobetriebenen Transporter auf ihre Höchstleistung getestet werden. Wer bei 20 km/h sein Gewicht weiter nach vorne verlagert, wird automatisch abgebremst. Die Gruppe überquert die Badener Hochbrücke, die 1926 fertiggestellt wurde, auf dem Velostreifen. Unter der Hochbrücke werden die «Segways» stehen gelassen, um die eindrucksvolle Bogenbrücke mit 275 Meter Länge und 24 Meter Höhe von innen zu besichtigen. Schliesslich gleitet die Gruppe noch einmal der Limmat entlang, überquert den Limmatsteg und besichtigt zum Schluss die autofreie Schiefe Brücke beim Bäderquartier.