Baden
Kein Treffen in den Ferien: Die linken Parteien hüllen sich (noch) in Schweigen

Bei der Ersatzwahl für den SP-Stadtratsitz haben die Bürgerlichen Stellung bezogen. Doch die Linken schlafen nicht – im Gegenteil. Dass sie nicht handeln, ist vollkommen absichtlich.

Sabina Galbiati
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«Die SP Baden nimmt die Ankündigung der FDP, eine Kandidatur um den freiwerdenden SP-Stadtratssitz zu stellen, zur Kenntnis.»

«Die SP Baden nimmt die Ankündigung der FDP, eine Kandidatur um den freiwerdenden SP-Stadtratssitz zu stellen, zur Kenntnis.»

Chris Iseli

Die bürgerlichen Parteien haben Anfang Woche ihren Schulterschluss bekannt gegeben: Sie greifen den freiwerdenden SP-Stadtratsitz von Daniela Berger mit einem FDP-Kandidaten an. Auffällig: Die Reaktion der Linken blieb bisher aus.

Die SP lässt lediglich verlauten: «Die SP Baden nimmt die Ankündigung der FDP, eine Kandidatur um den freiwerdenden SP-Stadtratssitz zu stellen, zur Kenntnis.»
Am 17. August wird die FDP ihren Stadtratkandidaten nominieren und sich zwischen Andrea Libardi, Mario Delvecchio und Daniel Schneider entscheiden.

Die Bürgerlichen liessen in der Medienmitteilung keinen Zweifel offen. Ihr Ziel: die Mehrheit im Stadtrat wiedererlangen. «FDP, CVP, SVP und GLP unterstützen die drei Kandidaten gemeinsam und vorbehaltlos», heisst es dort. Sämtliche vier Parteilogos zieren den Kopf der Mitteilung.

Haben die linken Parteien den bürgerlichen Angriff verschlafen? «Keineswegs», sagt SP-Co-Präsidentin Sandra Marini. «Wir haben mit einer Kampfwahl gerechnet, wollten aber zuerst die Strategie der anderen Parteien abwarten.» Mit dem team Baden und den Grünen führe die SP bereits Gespräche.

«Die Präsidien der drei Parteien werden sich am 11. August treffen und den Wahlkampf besprechen», sagt Marini. Wegen den Sommerferien sei ein Treffen nicht früher möglich. Team-Co-Präsidentin Iva Marelli bestätigt: «Wir stehen seit längerem in Kontakt und das team Baden steht hinter der Nomination von Jürg Caflisch».

Grünen-Präsidentin Beatrice Schilling weilt in den Ferien. Indes bestätigt der Fraktionspräsident der Grünen, Stefan Häusermann, das Parteitreffen: «Mehr kann ich dazu noch nicht sagen, weil wir uns parteiintern zuerst besprechen müssen».

Von der bürgerlichen Kandidatur ist er nicht überrascht und sieht der Wahl gelassen entgegen. «Ich bin sicher, dass die SP mit Jürg Caflisch die Wahl gewinnen wird.» Caflisch sei für ihn ein idealer Kandidat, weil er langjährige Erfahrung als Grossrat und Einwohnerrat habe.

Anders reagierte Team-Fraktionspräsident Fritz Bosshard: «Ich bin überrascht, dass die FDP von den anderen Parteien einen Blankocheck für einen Kandidaten bekommt.» Damit würden die Bürgerlichen zeigen, dass es für sie keine Rolle spiele, was für eine Persönlichkeit in den Stadtrat gewählt wird. Marelli ergänzt: «Es sind drei sehr unterschiedliche Kandidaten und für mich ist diese vorbehaltlose Unterstützung ein Schnellschuss.»

Bosshard gesteht den Bürgerlichen aber zu, dass es nicht ehrlich gewesen wäre, wenn diese nicht für den Stadtrat kandidieren würden. «Sie haben den Stadtrat im vergangenen Jahr praktisch nur kritisiert. Es ist konsequent, wenn sie mit ihrem Kandidaten eine Lösung anbieten wollen.»

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