Kurtheater Baden
Keine Einigung beim Kurtheater-Streit – jetzt geht es direkt zum Baugesuch

Die Verhandlungen zwischen der Theaterstiftung und der Stadt Baden mit den Einsprechern gegen das Kurtheater-Projekt sind gescheitert. Die Bauherrin hat darum das Vorentscheidgesuch zurückgezogen und will dieses Jahr noch direkt das Baugesuch einreichen.

Roman Huber
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Kurtheater: Aufstockung macht die Schatten noch grösser. -rr-

Kurtheater: Aufstockung macht die Schatten noch grösser. -rr-

Die Stimmbürger der Stadt Baden haben am 3. März 2013 dem Kredit von 34.472 Mio. Franken für den Um- und Erweiterungsbau des Kurtheaters deutlich zugestimmt. Dennoch ist das Verfahren um ein Vorentscheidgesuch für das Projekt, das im August vergangenen Jahres eingereicht wurde, nun beendet worden, denn die Theaterstiftung der Region Baden-Wettingen hat das Gesuch zurückgezogen. Wie Peter Heer, der juristische Vertreter der Theaterstiftung, erklärt, sei man mit den Anstössern, die Einwendungen gegen das Vorhaben deponierten, nicht einig geworden. Die Bauherrschaft will nun vorwärtsmachen und weder Zeit noch Ressourcen durch ein juristisches Hin und Her in einem Vorentscheidgesuchsverfahren verlieren: Die Theaterstiftung der Region Baden-Wettingen hat das Projekt bereinigt und wird bis spätestens Ende 2013 das Baugesuch für den dringenden Um- und Erweiterungsbau einreichen.

Das Projekt «Équilibre» der Bösch Architekten, Zürich, ist seinerzeit aus dem Wettbewerb für den Um- und Erweiterungsbau des Kurtheaters hervorgegangen. Schon vor der Volksabstimmung über den Kredit hat die Theaterstiftung beim Stadtrat Baden ein Vorentscheidgesuch zu den Themen Volumetrie, Gebäudehöhe und Anlieferung eingereicht. Mehrere Anstösser erhoben gegen dieses Gesuch Einwendungen. «In einer zweiten formellen Verhandlungsrunde haben die Einwendenden eröffnet, dass das angepasste Projekt nicht ihren Vorstellungen entsprechen würde», fügt Stadtrat Markus Schneider hinzu. Laut Schneider ist darum eine Einigung nur auf gerichtlichem Weg möglich, was er bedauert. «Wenn es ohnehin zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, macht es Sinn, dies direkt beim Baugesuchsverfahren beurteilen zu lassen», fügt der Bauvorsteher an.

Die Theaterstiftung habe gemeinsam mit ihren Architekten und der Theaterleitung geprüft, inwiefern sie den Anliegen der Anstösser entgegenkommen könne, erklärt Heer. Das führte zu einer verbesserten Anlieferung, die insbesondere die Römerstrasse entlastet und die Verkehrssicherheit erhöht. Bei der Gebäudehöhe ist jedoch trotz optimierter Raumaufteilung keine Reduktion möglich, ohne dass empfindliche betriebliche Nachteile entstehen. Dagegen konnte das Gebäudevolumen leicht verkleinert werden, was den Abstand zur Römerstrasse und den angrenzenden Nachbarliegenschaften vergrössert. Eine Beschattung der nördlich anschliessenden Liegenschaft kann dadurch jedoch nicht vermieden werden. Das wird die Einwendenden dazu bewegen, mit denselben Argumenten auch gegen ein Baugesuch anzutreten.

«Das Schattendiagramm, das mit dem Vorentscheidgesuch eingereicht worden war, entpuppte sich als falsch und musste korrigiert werden», gesteht man vonseiten der Bauherrschaft. In den Verhandlungen zeigte sich, dass die vorgeschlagenen Verbesserungen für die Anstösser zu wenig weit gehen würden und eine umfassende Einigung deshalb nicht möglich sei. Die im Vorentscheidverfahren gewonnenen Erkenntnisse hat die Theaterstiftung trotzdem in das Projekt einfliessen lassen.