Ruedi Hurter plante zehn Jahre lang den Bau eines Hochhauses mit Wohnungen und Geschäftsräumen. Es sollte im Herzen der 8600-Einwohner-Gemeinde Obersiggenthal zu stehen kommen, direkt neben dem Einkaufszentrum Markthof, anstelle einiger uralter Häuser. Doch nun gibt Hurter das Projekt City Tower auf, erklärt er gegenüber dem «Badener Tagblatt».

Man will Hurter nicht so richtig glauben, dass er sich mit der Sanierung der Häuser zufrieden gibt und die 3300 Quadratmeter grosse Parzelle ein Dornröschendasein fristen lässt. «Momentan macht es wirklich keinen Sinn weiterzukämpfen», stellt er klar. Er habe in den vergangenen Jahren viel Geld in die Planung investiert, viel Zeit mit Diskussionen und Workshops verloren.

Der Projektstopp bedeutet zweifellos auch einen Rückschlag für den Gemeinderat. Er hatte stets erklärt, er sei an einer attraktiven Entwicklung der Zentrumsparzelle höchst interessiert.

Vor allem auch dürfte die Behörde schmerzen, dass ihr Einnahmen von rund 600 000 Franken entgehen. Denn Hurter verzichtet darauf, der Gemeinde eine kleine Parzelle abzukaufen, die an sein Areal grenzt. Erst vor wenigen Wochen hatte der Einwohnerrat grünes Licht für den Verkauf der Fläche gegeben.

Gemeindeammann Dieter Martin (FDP) sagt: «Natürlich könnten wir zusätzliche Einnahmen gut gebrauchen, aber unsere finanziellen Probleme wären mit einem einmaligen Zustupf nicht gelöst.» Vom Stopp des Projekts City-Tower erfährt er durch den Anruf der az. «Ich bin überrascht, der Gemeinderat sucht weiterhin das Gespräch mit Herrn Hurter und ist überzeugt, dass zusammen eine gute Weiterentwicklung des Areals erreicht werden kann.»