Baden
Keine Vergewaltigung: Freispruch im «Fall Nordportal» ist rechtskräftig

Nachdem weder der Staatsanwalt noch das Opfer respektive dessen Anwältin gegen das Urteil im «Fall Nordportal» Einsprache erhoben haben, ist der Freispruch des 20-jährigen R. jetzt rechtskräftig. Er hat die 28-jährige Frau nicht vergewaltigt.

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Hier in dieser Nische beim Nordportal in Baden soll sich der Vorfall abgespielt haben.

Hier in dieser Nische beim Nordportal in Baden soll sich der Vorfall abgespielt haben.

Tele M1

Der Vorfall hatte im Dezember 2011 weit über Baden hinaus für grosses Aufsehen gesorgt. Eine Woche vor Weihnachten hatte eine 28-jährige Frau bei der Polizei Anzeige erstattet: Sie sei nach einer Party im «Nordportal» auf dem ehemaligen ABB-Gelände in einer Nische vor dem Eventlokal vergewaltigt worden.

Wenig später war der 19-jährige R. unter dringendem Tatverdacht festgenommen und in den Medien postwendend als Vergewaltiger abgestempelt worden.

Doch nach Abschluss der Untersuchungen hatte der Staatsanwalt das Verfahren wegen erheblicher Zweifel an einer erfolgten Vergewaltigung eingestellt.

Diesen Entscheid hatte die Frau nicht akzeptiert. Das Obergericht entschied, es müsse Anklage erhoben werden.

Nachdem dies durch einen anderen Staatsanwalt geschehen war, wurde der Fall am 22. Januar dieses Jahres vor Bezirksgericht Baden verhandelt.

Für die Vergewaltigung, so der Ankläger, sollte der inzwischen 20-jährige R. für dreieinhalb Jahre hinter Gitter. Dessen Verteidigerin forderte einen Freispruch.

Diesem Antrag hat das Gericht nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» stattgegeben.

Dies nicht zuletzt, weil die Anzeigeerstatterin sich in Widersprüche verwickelt und seine Sicht des Ereignisses im Verlaufe der Einvernahmen immer wieder geändert hatte. Nun ist der «Fall Nordportal» juristisch definitiv vom Tisch. (rmm)

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