Mägenwil

Keiner will mitwerken: Senioren-Werkbund sucht Mitglieder

Eingeladen wäre eigentlich jede und jeder Pensionierte. Man muss nicht mal Mägenwiler sein – auch kein Schreiner oder Handwerker. Trotzdem ringt der Werkbund der Seniorinnen und Senioren in Mägenwil um Mitglieder.

Eingeladen wäre eigentlich jede und jeder Pensionierte. Man muss nicht mal Mägenwiler sein – auch kein Schreiner oder Handwerker. Trotzdem ringt der Werkbund der Seniorinnen und Senioren in Mägenwil um Mitglieder.

«Damit der Werkbund weiterhin bestehen kann, werden dringend neue Mitglieder gesucht», liest man auf der Internetseite der Gemeinde. «Wir haben praktisch alle gefragt, die wir kennen, aber sie waren leider nicht zu begeistern für unsere Sache», sagt Paul Kaufmann. Er ist der Gruppenleiter des Werkbundes. «Wir haben bisher nur in Mägenwil nach Mitgliedern gesucht. Neu sollen auch Pensionierte aus unseren Nachbargemeinden mitwerken können.»

Kinder-Velo und Igel-Stall: Einblick in die Senioren-Werkstatt Mägenwil

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Seit 24 Jahren hobelt, sägt und schleift Kaufmann jeden Mittwochnachmittag mit seinen Kameraden im Untergeschoss des Gemeindehauses. «Viele mussten altersbedingt oder aus gesundheitlichen Gründen aufhören», erzählt der 84-Jährige. «Und ja, einige sind eben auch gestorben.» Das gehöre dazu.

Dass sich nicht mehr Senioren für die Arbeit begeistern lassen, kann Mitglied René Baumgartner nicht verstehen: «Vielleicht haben viele einfach keine Lust auf diese Arbeit», sagt er. «Aber ich tüftle gerne. Wenn ich etwas sehe, das mir gefällt, dann zeichne ich zu Hause eine Skizze und nehme sie mit hierher», erzählt der 76-Jährige. «Gemeinsam überlegen wir dann, wie wir es zusammenbauen könnten.» Überhaupt würden sie alles im Team herstellen. «Das ist ja das Tolle an unserem Werkbund», sagt Baumgartner.

Kurzzeitig engagierten sich nur noch fünf Senioren in der Gruppe. Jetzt sind sie wieder zu sechst. Hans Weltsch ist frisch pensioniert und suchte nach etwas, das ihm Spass macht. Der gelernte Elektroniker arbeitete die letzten 30 Jahre am Schreibtisch im eigenen Geschäft. Jetzt, da er wieder Zeit hat, bastelt und werkt er nicht nur zu Hause, sondern auch im Senioren-Werkbund. «Derzeit baue ich vor allem an den Weihnachtsgeschenken für die Familie», sagt er. Hilfe bekommt er von Enkel Nico. Der 6-Jährige will bei den Treffen unbedingt mit dabei sein und dem Grosspapa beim Werken helfen. Später wolle er Schreiner werden, verrät Nico.

Wie beim Weihnachtsmann

Weihnachtsgeschenke stehen beim Werkbund im Mittelpunkt. Puppenhäuser, Holzspiele, Holz-Karetten, Steckenpferde, und sogar Tretvelos: Wer die Werkstatt besucht und das Lager besichtigen darf, kommt sich vor, wie beim Weihnachtsmann. Alle zwei Jahre verkaufen die Senioren die Spielsachen am Weihnachtsmarkt in der Aula des Schulhauses. «Mit dem Erlös kaufen wir Holz und Farben und laden unsere Frauen zum Essen ein», sagt Paul Kaufmann. Noch bleibt ihnen Zeit, das Lager aufzufüllen – der Verkauf findet erst im kommenden Jahr wieder statt. Einzelne grössere Arbeiten stellen sie im Restaurant Brauerei in Mägenwil aus. «Dort steht momentan eine Krippe, die man erwerben kann», sagt Kaufmann. In der «Braui» gönnen sich die Senioren jeweils nach getaner Arbeit das wohlverdiente Feierabendbier.

Wer denkt, dass die Spielsachen nur von Männerhand entstehen, der irrt. Die 68-jährige Yvonne Schneider peppt viele der Spielsachen mit Farbe auf. Nur schönes Holz wie Eiche, Buche oder Nussbaum werde nicht bemalt.

Der Werkbund trifft sich ausser in den Schulferien jeden Mittwoch von 13 bis 15.30 Uhr im Untergeschoss des Gemeindehauses Mägenwil. Ansprechperson ist Paul Kaufmann (062 896 16 27).

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