Fislisbach
Keiner will Präsident des FC Fislisbach werden

Die Suche des FC Fislisbach nach neuen Vorstandsmitgliedern geht weiter. Gefunden hat man immerhin jemanden für das Amt des Spiko-Präsidenten. Doch die Lage des Fussballclubs bleibt angespannt.

Corinne Rufli
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«Die Situation ist nach wie vor kritisch», sagt Rony Füglistaller ohne etwas beschönigen zu wollen. Es habe seit dem Artikel in der Aargauer Zeitung zwar eine leichte Verbesserung gegeben, aber es seien noch nicht alle Posten im Vorstand besetzt. «Wir suchen immer noch einen Präsidenten und einen Vize», sagt Füglistaller, der zusammen mit Andreas Wüthrich drei Jahre lang das Vize-Präsidium teilte. Ab Ende Februar sind die beiden engagierten Spieler der 1. Mannschaft nicht mehr im Amt. Dann wird es noch enger für den FC Fislisbach.

Einbezug der Eltern

«Aufgrund des Zeitungs-Artikels hat sich jemand für das Amt als Spiko-Präsident gemeldet», sagt Füglistaller. Dieser sei lange Schiedsrichter gewesen und Instrukteur bei der Feuerwehr. Da er beruflich nicht mehr so engagiert sei, habe er Zeit für das Amt. «Wir freuen uns, jemanden gefunden zu haben. Das ist natürlich eine Entlastung für den Vorstand.» Der Vorstand ist nun bis auf die Präsidenten komplett. «Doch genau diese seien sehr wichtig für den Verein», fügt Füglistaller an.

Um den Vorstand künftig entlasten zu können, gibt es Möglichkeiten. Denn nur schon die Planung der FC-Events – Schülerturnier, Grümpelturnier oder Hallenturnier – sind sehr aufwendig. Rony Füglistaller könne sich deshalb vorstellen, dass für die Veranstaltungen eigene OKs gegründet werden: «So kann man den Eltern und den Vereins-Mitgliedern die Chance geben, sich zu engagieren.» Somit wären die Vorstandsmitglieder entlastet und könnten sich anderen Vorstandsarbeiten widmen. «Oder», so Füglistaller, «die Veranstaltungen werden gestrichen.»

Das wiederum würde aber bedeuten, dass es zu einer Erhöhung der Jahresgebühren für die Vereinsmitglieder kommen könne. Denn diese Events generieren stets Einnahmen für den Verein – gerade mit Tombola und Beizen.

«Niemand will Verantwortung»

«Eine Auflösung des FC Fislisbach wäre der Worst Case», sagt Gemeinderätin Ursula Peterhans. «Das muss vermieden werden.» Dennoch wurden keine besonderen Massnahmen ergriffen. «Wir unterstützen den FC Fislisbach so gut es geht», sagt Peterhans. «Aber einen Präsidenten können wir ihnen nicht suchen.»

Der Gemeinderat helfe dem FC momentan mit der Suche nach zusätzlichen Trainingsplätzen. «Der Verein platzt aus allen Nähten, es hat sehr viele Auswärtige im Verein.» Gespräche mit den Gemeinden am Rohrdorferberg sind im Gange.

«Der FC Fislisbach ist ein grosser Verein. Viele scheuen sich, Verantwortung zu übernehmen. Aber dabei sein, wollen sie trotzdem», sagt Peterhans. Damit kämpfen viele Vereine.

«Wir sind uns bewusst, dass die Situation schwierig ist, aber die CoVizepräsidenten haben gezeigt, dass es machbar ist.» Peterhans sagt aber klar: «Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern eine Minute vor zwölf.»