Gebenstorf
Kiesgrube: Wo zerstört wird, entsteht neues Leben

Die Gebenstorfer Firma Merz AG schafft mit ihrem Kiesabbau stetig ökologisch wertvolle Naturflächen für Fauna und Flora. Ein Lernpfad durch die Keisgrube soll zeigen, dass Ökologie und Ökonomie koexistieren können.

Yvonne Lichtsteiner
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Kiesgrube der Firma Merz AG in Gebenstorf
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Kiesgrube der Firma Merz AG in Gebenstorf

Zwischen Steinen und in verdreckten Tümpeln bei Kiesgruben hausen bedrohte Tiere und wachsen Pflanzen? Kaum vorstellbar, aber wahr. «Eine Kiesgrube ist nicht, was sie auf den ersten Blick scheint», so Doris Hösli, Projektleiterin Natur und Umwelt des schweizerischen Fachverbandes für Kies und Beton (FSKB).

Koexistenz möglich

Bei Natur-Arbeitseinsätzen planen und erstellen sie gemeinsam mit den Mitarbeitern der Kieswerke neue Lebensräume für seltene heimische Pflanzen und Tiere. Dies ist auch der Fall auf dem Auboden der Firma Merz AG. Sie schafft stetig neue, ökologisch wertvolle Naturflächen für Flora und Fauna. «Wir zerstören Lebensraum, um Neuen zu schaffen. Das mag hart klingen, gehört aber dazu», betont Hösli.

So entstand auch der heute äusserst beliebte Lernpfad, der zwischen Birmenstorf und Gebenstorf verläuft. Für diese Tätigkeit wurde die Merz AG 2010 mit dem WWF-Biodiversitätspreis ausgezeichnet.

«Die Nominierung und der Sieg haben uns sehr gefreut. Es stärkt uns in unserem Tun», erzählt Hans Peter Tanner, Leiter Baustoff der Merz AG. Der Lernpfad soll zeigen, dass Ökologie und Ökonomie koexistieren können. «Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen», so Tanner. Es sei wichtig, am Ball zu bleiben und die Natur weiter zu pflegen. Der FSKB stehe ihnen bei Fragen zur Seite und sei eine grosse Hilfe. «Wir geniessen eine gute Zusammenarbeit», sagt Tanner.

Vielseitige Fauna und Flora

«Der aufgebaute Lebensraum hat vieles zu bieten», so Hösli. Er sei vor allem bei Schulklassen sehr beliebt. In von Menschenhand gemachten Tümpeln würden bedrohte Gelbbauchunken leben und Uferschwalben würden die steilen Abbauwände brauchen, um ihre Höhlen zu graben. Ausserdem werden Bäume gepflegt und Neophyten-Pflanzen entfernt. Diese vermehren sich rasch und sind nicht einheimisch. «Steinhaufen sind Unterschlupforte für Eidechsen und Ringelnattern – die sind im Übrigen ungiftig», lacht Hösli. Man könne dort unbesorgt spazieren gehen. Das spezielle am Gebiet sei, dass es wie ein Mosaik aufgebaut sei. «Bäume, Sträucher und Tümpel ergeben zusammen einen grossen Lebensraum», so Hösli.

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