Stetten/Gebenstorf

Kiesgruben sind mehr als nur Dreck und Staub

Der Lehrpfad der Kies Merz AG in Birmenstorf.

Der Lehrpfad der Kies Merz AG in Birmenstorf.

Zwei Projekte im Bezirk Baden sind Favoriten für den WWF-Preis für Naturvielfalt. Insgesamt sind elf Finalisten im Rennen um die Auszeichnung, die morgen in Bern verliehen wird.

11 von 1200 Projekten haben es in den Final für den WWF-Preis für Naturvielfalt geschafft. Unter diesen 11 Projekten mischen auch 2 aus dem Kanton Aargau mit – beide aus dem Bezirk Baden. Zum einen wurde ein Projekt von der Kieswerk Otto Notter AG in Stetten nominiert, zum anderen ein Projekt der Merz Kies AG in Gebenstorf.

Den Preis vergibt WWF Schweiz 2010 – im Jahr der Biodiversität – zum ersten Mal. Morgen wird er in Bern im Naturhistorischen Museum verliehen. Die Gesamtpreissumme beträgt 50000 Franken.

Favoriten aus dem Aargau

«Wir glauben, es ist unsere Verantwortung, unsere Arbeit mit einer gewissen Affinität zur Natur hin auszuführen. Denn wir beziehen unsere Rohstoffe ja auch aus der Natur», sagt Thomas Merz, der Geschäftsleiter der Merz-Unternehmung. So werden Flächen geschützt, wo sich ökologische Nischen entwickeln können. Beispielsweise in einer tiefen Fahrspur eines Lastwagens.

Aus diesem ökologischen Grundgedanken entwickelte sich das vom WWF nominierte Projekt: Der «Ökologie- und Unternehmenslernpfad» wurde von Schülern und Lehrern der Oberstufe in Gebenstorf und von Lehrlingen der Merz-Unternehmung geschaffen. Der Lernpfad besteht aus drei Rundwegen: «Edle Steine, edle Klänge» führt rund um das Kies- werk in Gebenstorf, «Natur pur» durch Naturflächen und «Kies und Kröten» führt durch die Kiesgrube in Birmenstorf.

«Wir wollen zeigen, dass neben den Lastwagen, dem Lärm und dem Staub eben auch Lebensräume entstehen können», sagt Merz. Und eines weiss er sicher: Wenn sein Projekt einen Preis einfahren würde, werden die finanziellen Mittel für den Erhalt der Natur eingesetzt. «Ich bin der Überzeugung, dass wir mit der Natur sorgsam umgehen müssen – schliesslich gibt es ja auch eine Generation nach uns», sagt der Geschäftsleiter.

Bedeutende Amphibienstandorte

Das zweite nominierte Projekt ist von der Kieswerk Otto Notter AG in Stetten. Innerhalb der Kiesabbaustelle Honert unterhält die Unternehmung einen der bedeutenden Amphibienstandorte der Schweiz.

Anlässlich des 1000-Jahr-Jubiläums der Gemeinde Stetten wurde 1998 am Rand des Kieswerks ein Naturlehrpfad eingerichtet. Dieser Lehrpfad fand nicht viel Beachtung. Ralph Notter, der Geschäftsführer der Otto Notter AG, lancierte deshalb im letzten Jahr ein neues Projekt, das jetzt für den WWF-Preis nominiert ist: Für Schulklassen wurde ein kleines Naturlabor eingerichtet. «Dort können die Kinder draussen ihre Natur kennen lernen», sagt Ralph Notter. Die Lehrer bekommen von der Otto Notter AG Broschüren für die Durchführung dieses praxisnahen Unterrichts.

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